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Malteser Jugend begeistert mit Romeo und Julia
Malteser Jugend begeistert mit Romeo und Julia
Malteser Jugend begeistert mit Romeo und Julia

Theater zu Gunsten behinderter Menschen im Libanon

Das Stadttheater Gütersloh war Schauplatz einer ganz besonderen Aufführung von Shakespears Romeo und Julia. Seit 2005 tourt das Benefiztheater der Malteser Jugend Libanon-on-stage durch Deutschland und sammelt Spenden. Spenden, die dringend benötigt werden, um Behinderten im Libanon mit den verschiedensten Projekten zu helfen. Dr. Reinhard Zinkann, der die Vorstellung nach Gütersloh geholt hat, stellte zu Beginn das Projekt vor und zeigte dazu einen kleinen Film, der einen nachhaltigen Eindruck von der Arbeit der Malteser im Libanon hinterließ.

Doch dann gehörte die Bühne den Darstellern. Punkig frisiert die Familie Julias – mit Schmalztolle die Angehörigen von Romeos Verwandtschaft, so frech interpretiert wurde die Geschichte von Sippenhass und Liebe.
Regisseur Severin Hoensbruch gelang es, aus einer Gruppe mit 30 Laienspielern von Malteser-Helfern ein respektables Ensemble zu formen, das hochmotiviert aufspielte.  Rund 400 Zuschauer genossen eine Vorstellung die Moderne und Klassik, Komödie und Tragödie sowie Romantik und Spannung  unbeschwert mit einander verband.
Kleine lokale Anspielungen, wie das Pflücken einer Blume names „Zinkannia Gloriosa“ - „Braucht wenig Wasser und erfreut jede Hausfrau“ - und einer „Liz Mohnia“ sorgten für besondere Erheiterung und das nicht nur bei den Sponsoren Miele und Bertelsmann. Einem Säbelduell zwischen den Kontrahenten der verfeindeten Häuser Montague und Capulet fiel ein Malteser Rettungssanitäter, der neben der Bühne stand zum Opfer und fällt dramatisch auf den Boden. Und der im Programmheft als Darsteller des Bruder Johann genannte Dr. Z., entpuppte sich als Dr. Zinkann, der jetzt Schirmherr und Schauspieler zugleich, professionell seinen Part spielte.

Highlight des Stückes war die berühmte Balkonszene: Julia lehnt am oberen Rand einer Projektionswand, auf der als Strichzeichnung ihre wechselnde Beinhaltung erscheint. Mal verlegen, mal gespannt und vor allem rührend komisch. Aber nicht nur Romeo (Christopher Lahr) und Julia (Marie Heereman) spielten sich in die Herzen der Zuschauer; besonderer Publikumsliebling war Alexander Lengerke als Julias Amme, der als Mann in Frauenkleidern mit schrulligen Auftritten alle begeisterte.

Zum Schluss gab es für alle Beteiligten stehende Ovationen. Neben den 30 Schauspielern und der zwanzig Mann starken Unterstützung hinter der Bühne, galt der Dank auch dem Theater Gütersloh, das Gebäude und Manpower kostenlos zur Verfügung gestellt hatte, den vielen Gütersloher Sponsoren, Quartiermeister Remigius von Boeselager und der Pfarrei St. Pankratius, die zusammen mit dem Rhedaer Fürstenhaus für die Unterkunft der Theatertruppe sorgten. Für das ausgezeichnete Catering an dem Abend waren die „Inner-Wheel“-Damen sowie die Malteser Feldküche verantwortlich.

So ist es nicht verwunderlich, dass das Benefiztheater einen weiteren Besuch in Gütersloh für das kommende Jahre bereits zugesagt hat.

Informationen zum Libanonprojekt der Malteser: www.libanonprojekt.de

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