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Malteser Gütersloh

Helfer mit fliegenden Säcken

Malteser sammelten in Büren zehn Tonnen Altkleider / Umrüstung auf Digitalfunk finanzieren

27.04.2013
Gute Stimmung trotz kalten Wetters: Rund 30 aktive Malteser Ehrenamtliche teilte Geschäftsführer Gerd Heinen (2. von links) morgens zur Altkleideraktion ein.
„Die Jungs machen das schon“: Willy Betten hatten Vertrauen in Christoph Spiekermann (am Steuer) und unterstützte die Aktion mit einem seiner Autos.
Zugepackt und gut verstaut: Florian und Felix Dworak waren mit dem Malteser Sprinter direkt in Büren unterwegs. Knapp zehn Tonnen Altkleider kamen über den Tag zusammen.
Fliegende Säcke von den Maltesern mit Spaß verstaut: Florian und Felix Dworak, Patrick Schöne (von links), beim Verladen der Säcke in den Sattelzug. alle Fotos: Malteser/Schlichter

Büren. Mit Schwung landen die beiden Säcke im Heckabteil des Mercedes Klein-Transporters. Katastrophenschutz steht auf der Fahrertür, darüber das Wappen der Malteser. Doch statt wie sonst auszurücken, wenn Menschen in Not sind, sitzt Florian Dworak (27) heute mit ganz anderer Mission am Steuer des Neunsitzers. Gemeinsam mit seinem Bruder Felix (23) sammelt er Altkleidersäcke ein. Die Malteser haben zur Frühjahrsaktion aufgerufen, am Samstag haben rund 30 aktive Helfer knapp zehn Tonnen Kleiderspenden aus Büren und Bad Wünnenberg und all den Kleingemeinden zusammengeholt. 

Tolles Frühlingswetter mit Temperaturen zum ersten T-Shirt tragen, das hatten sich die Malteser gewünscht. Ein Wetter also zum Schrank ausmisten und Wintersachen aussortieren. Donnerstag, da hatte es ein wenig Einstimmung auf solch einen Frühling gegeben. Am Freitag war damit schon wieder Schluß. Kalte 3,5 Grad Celsius empfing die 30 Helfer der Malteser am Samstag Morgen an ihrer Fahrzeughalle im Gewerbehof an der Neubrückenstraße. Wenigstens trocken war es, als Geschäftsführer Gerd Heinen die meist Jugendlichen und jungen Erwachsenen einteilte auf die Touren. Mit drei eigenen Fahrzeugen sowie der Unterstützung von sechs Firmen und Malteser Mitglied Frank Jansens waren sie unterwegs. In Teams fuhren sie die einzelnen Ortsteile ab, die meisten kannten die Straßen bereits aus den vergangenen drei Wochen. So lange hatte es gedauert, dort überall die Sammeltüten zu verteilen. Zu Fuß hatten sich die Malteser dabei auf den Weg gemacht, um in jedem Haushalt Handzettel und weiße Tüten zu verteilen. Die Hoffnung dabei: Möglichst viele der 15-tausend Tüten gefüllt wieder einzusammeln. Je mehr Altkleider zusammen kommen, desto größer der Erlös für die Malteser. Das war die große Motivation an diesem kalten Samstag: „Wir tun das ja für uns selbst und Spaß macht es auch“, war einhellige Meinung bei der Gruppeneinteilung der Ehrenamtlichen. 

Der erste Weg für Florian und Christoph Dworak führte zu Landtechnik Betten. Dort galt es, einen VW-Transporter abzuholen. Denn nur durch die Unterstützung Bürener Firmen wurde die Sammelaktion möglich. Ob von Kersting, Steinkemper oder Hüser, Fahrzeuge kamen auch von der Caritas sowie von der Stadt. Die hatte, wie auch bei Steinkemper, sofort einen Fahrer mitgestellt. Valentin Brune war gefragt worden, der junge Mann, der selbst seit Sommer 2012 bei den Maltesern im benachbarten Paderborn aktiv ist, sagte spontan zu, das Bauhoffahrzeug zu steuern. „Wenn die Jungs dafür ihre Freizeit opfern, dann will ich sie gern unterstützen“, kommentierte Firmenchef Willy Betten, wieso auch er so einfach den Autoschlüssel an Christoph Spiekermann (26) rausgab. Sorge um Schäden hatte er nicht. „Das sind alte Autos, aber die passen ja gut auf“, hatte er bereits aus Vorjahren gute Erfahrungen mit den Maltesern gemacht. Spiekermann, bei den Maltesern als Gruppenführer im Betreuungszug engagiert, nahm die Verantwortung gern an. 

Warnblinker eingeschaltet, langsam rollte der Sprinter mit den Dworak Brüdern an Bord in das Dichterviertel in Büren. An der Hegensstraße standen die ersten Tüten, dann ging es in der Heinestraße so richtig weiter. Manche Bürger hatten die Säcke bereits am Vorabend rausgestellt, eigentlich hatten sie wie in der Ankündigung ab acht Uhr mit dem Beginn der Sammlung gerechnet. Nachts hatte es geregnet, kalt und feucht ließen sich die Säcke schlecht greifen. Doch der 23-jährige Felix war motiviert. Während sein Bruder die nächsten Säcke ausfindig machte, sprintete er durch die Straßen und holte die „Fracht zusammen“. Ein fröhliches „Guten Morgen“, ein herzliches „Dankeschön“, der Kontakt mit den Spendern kam nicht zu kurz. Und auch die älteren Herrschaften in der einen Seitenstraße konnte er beruhigen, dass mit dem Verladen nun alles gut sei. Das Ehepaar hatte Sorge um die acht Tüten vor ihrer Haustür gehabt. „Nicht dass die noch andere mitnehmen, das ist doch für die Malteser“, lautete ihr Kommentar. Pfiffig war auch der Bürener, der mit seinem kleinen Geländewagen den Maltesern hinterherfuhr. Aus dem Kofferraum holte er einen dicken blauen Sack und hatte ihn damit sicher an der richtigen Adresse abgegeben. Nach zwei Stunden dann war die erste Ladung des Sprinters voll, zurück damit zur Neubrückenstraße. 

Dort wurde gerade rangiert. Satte 13,6 Meter lang war der Auflieger des Sattelzuges, den die Spedition Keimeier und Finke aus Bad Wünnenberg wieder als Unterstützung der Aktion beigesteuert hatte. Mit ihm gehen die Kleider am Montag auf die Reise in die Sortierung nach Bohmte. Doch zunächst galt es, den Zug auf dem Hof richtig zu platzieren, dann konnten wieder Säcke fliegen. Zunächst war es für die wenigen im Team auf dem Hof schwere Arbeit. Im Laufe des Tages nahm der Spaß aber zu. Je mehr Trupps zurückkamen, desto länger wurden die Ketten, die von Hand zu Hand die Säcke weiterreichten. Klar, dass es so manchen Lacher gab, weil dem ein oder anderen ein Altkleidersack um die Ohren flog. Hochmotiviert waren die Malteser, statt für die letzte Abiklausur zu lernen hatte sich auch Patrick Schöne eingefunden, der Abiturient fuhr eines der teils beträchtlich in die Jahre gekommen Malteser Fahrzeuge. Um ihre Modernisierung will sich die Stadtgruppe nun auch verstärkt kümmern. Eine eigene Sponsoringaktion soll ein neues Fahrzeug finanzieren. Mit den Altkleidern wollen die Malteser jedoch die Umrüstung ihrer Fahrzeuge auf den künftig notwendigen Digitalfunk finanzieren. Knapp zwölftausend Euro wird das kosten, „Wenn unsere Aktion nur die Hälfte dessen einbringt, dann sind wir froh“, hoffte Geschäftsführer Heinen, an den Erfolg vergangenen Jahre anzuknüpfen. Seit sieben Jahren sammeln die Malteser wieder regelmäßig Altkleider, in manchen Jahren hatte es bis zu 17 Tonnen ergeben.  

Der LKW ist gut gefüllt, zwei Drittel ist voll, ich gehe einmal vorsichtig von neun bis zehn Tonnen aus“, freute sich Heinen am Spätnachmittag dann aber doch über gut motivierte und trotz Kälte fleißige Helfer, über einen Tag mit bester Stimmung und einem Sammelergebnis, das wahrscheinlich ein Drittel der Digitalfunkkosten decken wird. 

Wer die Malteser weiter mit Altkleidern unterstützen will, kann das tun, ihre festen und legalen Container stehen in der Geseker Straße in Steinhausen, in der Nordstraße und der Leiberger Straße in Bad Wünnenberg sowie im Eichenweg in Ringelstein.

Das Engagement in Ausbildung, Sanitätsdiensten und im Katastrophenschutz sowie die besonders intensive Jugendarbeit lässt sich aber auch direkt durch Spenden fördern, Kontakt zu den Maltesern über Stadtbeauftragte Susanne Wolf oder Geschäftsführer Gerd Heinen unter Telefon (02951) 2989 oder www.malteser-bueren.de

 

Weitere Informationen

Unser Spendenkonto: Malteser Hilfsdienst e.V.  |  Pax-Bank  |  IBAN: DE06370601201201216865  |  BIC / S.W.I.F.T: GENODED1PA7