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Malteser Gütersloh

Stark durch innere und äußere Fortbildung

Malteser feiern fröhliches Johannesfest / Rückblick auf erfolgreiche Monate

24.06.2013
Große Gemeinschaft im Helfen und im Glauben: Die Malteser beim diesjährigen Johannestag vor der Busdorfkirche in Paderborn.
Auszeichnung für 50 Jahre aktive Mitgliedschaft: Geschäftsführerin Mirjam Weisserth (links) und Diözesanleiter Dr. Wolf van Lengerich (rechts) zeichneten Bernhard Göbel aus Dortmund, Maria und Anton Weskamp aus Altenbeken-Buke sowie Bernhard Sandfort aus Herzebrock-Clarholz aus (von links). Fotos: Schlichter

Paderborn. Bei so viel lobenden Worten über die gute Qualität der Arbeit der Malteser in den vergangenen zwölf Monaten waren die geistlichen Worte zur Einordnung wichtig: Es gehe nicht nur darum, Mitleid zu haben, sondern auch auf die Stärke des Gebets zu setzen, hatte dazu Msgr. Prof. Dr. Peter Schallenberg gepredigt. Beim diesjährigen Johannesempfang, dem jährlichen Patronatsfest der Malteser in Paderborn, wies er darauf hin, dass nicht nur die äußere Fortbildung wichtig sei für die guten Taten, sondern auch die innere. Der Geist des Mitleids und des Gebets gemeinsam würden dann zu einer Einheit. Schallenberg spielte dabei nicht nur auf die gute Arbeit mit einer erfolgreichen Großübung „Flamme 2012“, der Zertifizierung der Erste Hilfe Ausbildung durch die Berufsgenossenschaft oder die lebendige Jugendarbeit an. Seine Worte beim Gottesdienst zum „Namenstag“ der Malteser zielten besonders auf ihren lateinischen Wahlspruch ab: „Tuitio fideo et obsequium pauperum“, Gemeinschaft im Glauben und Hilfe den Bedürftigen“. Unter diesem Leitwort helfen die Malteser Ritter in diesem Jahr seit 900 Jahren in der Welt.
Knapp 150 Malteser aus der ganzen Diözese hatten sich mit ihren Ehrengästen in Paderborn versammelt. Nach einem festlichen Gottesdienst in der Bußdorfkirche, den Msgr. Prof. Dr. Schallenberg in seiner Funktion als Diözesanseelsorger der katholischen Malteser zelebrierte, wurde im benachbarten Hotel Aspethera in Paderborn Namenstag gefeiert. Dazu begrüßte der ehrenamtliche Diözesanleiter Dr. Wolf Börries van Lengerich die Gäste, unter ihnen Paderborns stellvertretenden Bürgermeister Dieter Honervogt, Feuerwehrchef Ralf Schmitz und DRK Chef Ulrich Brüll. Sein besonderer Gruß galt aber Goswin Simons von Bockum Dollfs, dem Regionalvorstand der Johanniter für die Region Münster/Soest. Denn mit den evangelischen Johannitern gemeinsam teilen sich die Malteser ihre 900-jährige Geschichte. Daran erinnerten sie in diesem Jahr durch die Zusage, im Juni des nächsten Jahres den Gedenktag des Schutzpatrons Johannes gemeinsam feiern zu wollen.
Mit großem Lob bedankte sich Diözesanleiter van Lengerich bei den aktiven Maltesern. Ob in der Ausbildung, dem Sanitätsdienst, der Mitarbeit in Katastrophenschutz oder Notfallvorsorge, der Jugendarbeit oder im Auslandsdienst, die Zahlen die er dabei nannte, waren beeindruckend (siehe Kasten).Besonders strich er bei seiner Aufzählung die Projekte in der Umsetzung der selbst gesetzten Strategiefelder hervor. Jung und Alt, diesem Schwerpunkt widmen sich die Malteser mit einem wachsenden Ehrenamt im sozialen Bereich. An 14 Orten gibt es dazu Besuchs- und Begleitdienste, von ihnen wurden 676 Menschen betreut. In der offenen Seniorenarbeit wurden von 247 Helfern in 85 Veranstaltungen 2.613 Menschen betreut. „Die Jugend boomt“, erinnerte van Lengerich an die Projekte mit „Fair-Antwortung“ oder die großen Zeltlager, wie jüngst zu Pfingsten. Im Schulsanitätsdienst würden 39 Schulen von zwölf Malteserstandorten betreut. Aber auch die „Leuchtturmprojekte“ der vergangenen Monate, wie die Benimm-Kurse für Hauptschüler in Herne oder den gerade in Dortmund anlaufenden „Malteser-Laden“ zur Unterstützung sozialer Projekte nannte er dabei.
Im offiziellen Teil der Veranstaltung berief er Thomas Renzel aus Castrop Rauxel zum ehrenamtlichen Referenten für geistlich-religiöse Grundfragen. Für 50 Jahre Mitgliedschaft bei den Maltesern wurden ausgezeichnet: Bernhard Göbel aus Dortmund, der Gründer der Malteser Gruppe in Herzebrock-Clarholz, Bernhard Sandfort, sowie das Ehepaar Maria und Anton Weskamp aus Altenbeken-Buke. Alle vier sind bis heute aktiv in der Organisation. Dietmar Gawlinski aus Dortmund, Edelbert Biermann und Paul Hüffer aus Warstein sowie Hiltrud Opfer und Doris Müller aus Herne sind ebenfalls seit 50 Jahren bei den Maltesern aktiv.
Auf die Wahrnehmung gegenüber fremden Menschen zu achten, mit Toleranz anderen zu begegnen sowie den unterschiedlichen Kulturbegriff zu reflektieren, das seien wichtige Begriffe in der Frage, wie Menschen aus unterschiedlichen Kulturen erfolgreich miteinander zusammenwirken können. Diese Stichworte lieferte Beate Tröster, Leiterin des Zentrums für Integration und Migration aus Erfurt. Sie war von den Maltesern zum Festvortrag geladen worden, um auszuführen, wie es auch einer Hilfsorganisation gelingen kann, Menschen aus anderen Kulturen in Deutschland für die gemeinsame Arbeit zu gewinnen. Inklusion statt Integration sei dabei das Stichwort, zog die Referentin einen Vergleich mit einem Blumenbeet. Wüchsen bei der Integration Astern, Margeriten und Fresien zwar in einem Beet aber in einzelnen Gruppen, so sehe das bei der Inklusion anders aus. Da wüchsen alle Blumen bunt durcheinander gemischt. Das schaffe eine große Vielfalt, stelle allerdings eine große Anforderung an den Gärtner, so Tröster. Diese zu meistern wollte sie den Maltesern Mut machen.


Die Zahlen:
Rund 3.000 Ehrenamtliche der Malteser sind in 40 Städten und Gemeinden durch das ganze Erzbistum aktiv. Aktiv sind sie dabei von Herne bis Höxter, von Siegen bis Minden. In 1685 Kursen vom Kurs für den Führerschein über die Erste Hilfe bis zum Schwesternhelferinnenkurs hatten die Malteser in den vergangenen zwölf Monaten 18.033 Menschen ausgebildet, anderen im Notfall zu helfen. Fast 900 Ehrenamtliche sind in 79 verschiedenen Gruppen im Katastrophenschutz für den Notfall bereit. In den 17 Rettungswachen wurden 19.282 Einsätze gefahren, Krankentransportdienste wurden in 22.169 Fällen geleistet. Von den Maltesern betreute Notarztfahrzeuge wurden 4.544 mal angefordert. Bei diesen insgesamt knapp 42.000 Einsätzen wurden gut 132.000 Stunden Dienst geleistet. Große Wallfahrten mit Behinderten und Kranken führten nach Rom, Lourdes und nach Werl. In den Hospizdiensten in Dortmund  wurden 116 Erwachsene und 16 Kinder sowie 382 Angehörige begleitet. Diese qualifizierte Arbeit wurde von 131 Ehrenamtlichen geleistet. Geleitet werden die Malteser durch einen 15-köpfigen ehrenamtlichen Vorstand unter Leitung von Dr. Wolf Börries van Lengerich, Johanna Gräfin von Brühl, Stephan Graf von Spee und Wolfgang Penning. Die Diözesanverwaltung der Malteser mit Geschäftsführerin Mirjam Weisserth und den Fachreferenten ist in Paderborn angesiedelt

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