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Malteser Gütersloh

Das ist ein echt cooler Ansatz

Neue Ausbildung zur Betreuungsassistentin startet im Lippischen / Neustart in den Beruf

12.07.2013
Betreuung aus der Pflege heraus, diesen Ansatz hat Angelika Schmeckthal in ihrer Malteser Ausbildung schätzen gelernt. In der Pflegeeinrichtung kann sie das nun umsetzen. von links: Bewohnerin Frau Taler, Betreuungsassistentin Angelika Schmeckthal, Malteser-Ausbilderin Christine Fischer und sitzend Bewohnerin Frau Dickmann.

Detmold/Lage/Kalletal. Engagiert war Angela Schmeckthal schon immer. Neben der Familie war sie aktiv in der Kirchengemeinde, kümmerte sich um die Senioren. Dort hatte sie dann auch Kontakt zu Christine Fischer. Über sie erfuhr sie von den Maltesern und ihrer Ausbildung im sozialen Bereich. Das war 2010. Heute steckt Angela Schmeckthal längst wieder im Beruf, arbeitet mit halber Stelle in einem Kalletaler Altenheim. „Betreuungsassistentin nach Paragraf 87, das finde ich einen coolen Ansatz“, sagt die engagierte Frau, die nach gut einem halben Jahr Ausbildung durch die Malteser nun einen neuen Traumjob gefunden hat.

Ob das wohl etwas für sie sei, hatte Christiane Fischer sie vor drei Jahren gefragt und ihr die Ausbildung der Malteser vorgestellt. Dass sie gerade Angela Schmeckthal ansprach, hatte mit derem Engagement zu tun. In der evangelischen Gemeinde vor Ort hatte diese damals schon Senioren betreut, wollte dort mehr machen und suchte das notwendige Handwerkszeug. Mit einem Schwesternhelferinnenkurs bei den Maltesern fing es an, zwei Module im Bereich der Demenz und Hauswirtschaft kamen hinzu. Mit Praktika wurde der zweiwöchentliche Unterricht unterfüttert, dann kam die große Prüfung. „Die Ausbildung war eine Herausforderung für mich“, sagt die Endvierzigerin. Besonders der medizinische Teil erforderte viel Büffelei. Zweimal in der Woche abends sowie an einigen Samstagen liefen die Kurse. Nach jedem Modul gab es Prüfungen, ganz zum Schluß wurde alles noch einmal abgefragt. „Das war nicht einfach, aber ich fand es gut“, erinnert sich Angela Schmeckthal.

Was sie dann mit ihrem Zertifikat als Betreuungsassistentin nach den Bestimmungen des Sozialgesetzbuches machen wollte, war für sie schnell klar. „Ich fand den Ansatz zum Umgang mit den Demenzkranken gut, das aus der Pflege heraus zu definieren“, sagt die Kalletalerin, dass es ihr Freude mache, mit alten Menschen zu arbeiten. „Viele seien noch in der Lage, sich die Zähne selbst zu putzen oder zu essen. „Manchmal muss es ihnen nur jemand neu zeigen und sie dabei begleiten“, freut sie sich, wenn durch ihr Engagement Menschen wieder Lebensqualität erfahren. Zunächst hatte sie in Lemgo eine Stelle in einer Einrichtung gefunden, dann aber wechselte sie in das Kalletaler Altenheim, in dem sie bereits ihr Pflegepraktikum für die Malteser absolviert hatte. Dort ist sie nun vier Stunden täglich in Vormittag- oder Nachmittagsdiensten mit einer halben Stelle angestellt. Die Kinder zuhause sind mit 18 und 20 Jahren groß, ihr Mann als Polizeibeamter auch im Schichtdienst tätig, da passt ihr wochenweise wechselnder Dienst gut ins Familienkonzept. Ihre Aufgabe vor Ort ist dann weniger die Pflege, als die Beschäftigung mit den oftmals verwirrten Menschen. Vom Demenzfrühstück am Morgen begleitet sie auf einer der beiden Etagen der Einrichtung die Menschen bis zum Mittagessen. Oder sie spielt ihnen nachmittags auf der Gitarre vor, singt mit den Senioren. Dinge, die sie sich früher weniger hätte vorstellen können. Bevor die Kinder kamen, hatte Angela Schmeckthal Einzelhandelskauffrau gelernt. Dass sie nun nach der Familienphase allerdings in genau dem Bereich weitermachen kann, den sie schon im Ehrenamt favorisiert hat, ist für sie dabei ein Glück.

„Wir erleben oft, dass sich Frauen erst nicht an die Kurse herantrauen und Angst vor der Lernerei haben“, schildert Diözesanausbildungsleiterin Karina Wegener. Doch das gebe sich schnell, oft wachsen die Kurse zu einer guten Gemeinschaft zusammen, wie auch die Kalletalerin Schmeckthal das erlebt hat. Auch drei Jahre nach Abschluß hat sie noch Kontakt zu einigen „Mitschülerinnen“. Wegener organisiert die Kurse der Malteser im Lippischen und kann dabei die Stunden der Theorie herunterzählen: Für die Grundausbildung in der Pflege sind 120 Stunden Unterricht und zwei Wochen Praktikum notwendig. Mit 40 Stunden baut dann der Kurs „Demenzkranke verstehen und begleiten auf“, ebenso viel Stunden umfasst das Modul Hauswirtschaft und Ernährung. Insgesamt also 200 Stunden, in den Teilnehmerinnen gerüstet werden für die Betreuung von Senioren. Der nächste Lehrgang für das Lippische startet direkt nach den Sommerferien am 3. September 2013, jeweils dienstags und donnerstags abends ist Unterricht in Detmold und Lage, drei Samstage sind ebenfalls verplant. Mitte März dann finden die Abschlußprüfungen statt. Den Unterricht gestalten examinierte Kräfte aus Krankenhaus und Pflege, die pädagogisch besonders geschult sind. Die Ausbildung kann mit einem Bildungsgutschein gefördert werden, so wie es auch Angela Schmeckthal erlebt hat. Auf dem Amt schilderte sie ihr Vorhaben, sich neu zu qualifizieren, bereitwillig wurde ihr die Unterstützung für die Ausbildung zugesprochen.

Alle Infos zum Kurs sowie zur Anmeldung, die jetzt offiziell gestartet ist, gibt es bei Karina Wegener. Die Diözesanausbildungsleiterin ist bei den Maltesern in Paderborn erreichbar unter 0 52 51 / 13 55 44 oder unter karina.wegener(at)malteser(dot)org.

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