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Malteser Gütersloh

Evakuierung nach Bombenfund

Großübung mit 280 Akteuren im Kreis Höxter

12.10.2013
Einweisung in die Betreuungsunterkuft: Malteser weisen den Evakuierten ihren Weg.
Aus das gehört zur Übung mit dazu: Kartenspielen, um die Evakuierten zu begleiten und ihnen Ängste und Sorgen zu nehmen.

(Paderborn) Mitten aus ihrem Alltag  gerissen wurden am Samstagmorgen knapp150 Menschen in den Kreisen Paderborn und Höxter. Als ehrenamtliche Helfer  hatten sie in Bereitschaft gestanden. Morgens um halb neun endete für sie der Traum vom freuen Wochenende. Ihre Melder piepten und die Mitglieder von Malteser, DRK und Johanniter mussten sie schnell zu den Unterkünften, sich die Einsatzbekleidung anziehen die Fahrzeuge besetzen und los ging es nach Borgentreich (Kreis Höxter). Dort waren Menschen zu evakuieren und anschließend zu betreuen.  Was als großes Szenario angesetzt war, war diesmal jedoch nur eine Übung. Vollen Einsatz von den Ehrenamtlichen forderte sie jedoch trotzdem.

Bei Bauarbeiten im Bereich der Gemeinde Natzungen (Ortsteil von Borgentreich), so lautete die Annahme, war bei Ausschachtungsarbeiten das Wrack eines im Weltkrieg abgestürzten Bomben-Flugzeugs gefunden worden. Die Bergung, oder auch Vernichtung der Munition durch Sprengung, sollte am Samstag gegen 15 Uhr beginnen. Gegen 8.30 Uhr hatte der Kreis Höxter deshalb eine Einsatzeinheit des Katastrophenschutzes alarmiert und anschließend überörtliche Hilfe aus dem Kreis Paderborn angefordert. Insgesamt, so das Übungsszenario, mussten etwa 2.000 Personen ihre Wohnungen verlassen. Viele würden bei Verwandten, Freunden, unterkommen, so die Spekulation. Für bis zu 500 Personen aller Altersklassen jedoch musste ein Betreuungsplatz errichtet und betrieben werden. Dazu stellte die Stadt Borgentreich die Bördelandschule zur Verfügung.

In Natzungen angekommen wurde den Helfer/innen klar, dass es sich um eine Übung handelt. Dennoch standen Ihnen rund 200 „evakuierte“ Darsteller aller Altersklassen gegenüber. Ein Aufruf bei Angehörigen von Feuerwehr und Jugendwehr in dem Ort hatte so viele Menschen zusammengebracht. An der Anlaufstelle am Feuerwehrhaus in Natzungen wurde mit Unterstützung der Polizei und des Kreises Höxter eine Registrierungsstelle eingerichtet. Alle Darsteller wurden mit einer Registrierungskarte versehen und anschließend mit Bussen nach Borgentreich in die Schule gefahren. Dort wurde durch weitere Katastrophenschutzeinheiten ein Betreuungsplatz eingerichtet, in dem sich die Darsteller dann aufhalten konnten. Neben Schlafräumen, einer Sanitätsstation und Räumen für Gesellschaftsspiele wurden eine Essenausgabe und ein Wickelraum eingerichtet. Der Behandlungsplatz wurde durch Notfallseelsorger des Kreises Höxter unterstützt. Der Kreis Höxter forderte für die Nacht Betten von der DRK Einsatzabteilung aus Nottuln (bei Münster) an, welche die Klassenräume zu Schlafräumen werden ließen. Um das Szenario wirklich echt durchzuspielen, richtete der Kreis auch eine Personenauskunftsstelle im Kreishaus in Höxter ein. Damit verbunden war auch eine Hotline für Angehörige.
Die Verpflegungstrupps der Hilfsorganisationen errichteten die mitgeführten (Feld)-Küchen, und bereiteten eine Warmverpflegung für die Darsteller und eingesetzten Kräfte zu. Dazu hatten die Malteser aus Hövelhof mit Unterstützung der Küchen der Malteser aus Altenbeken-Buke einen Verpflegungsstandort eingerichtet. Dass es sich um eine Übung handelte war spätestens in der Schule nicht mehr spürbar. Rund 200 Menschen standen dort als „Evakuierte“ vor der Tür, sie mussten untergebracht, verköstigt und beschäftigt werden. Für die ehrenamtlichen Helfer/innen von Deutschem Roten Kreuz, Johanniter-Unfall-Hilfe, Malteser Hilfsdienst und Feuerwehr war das schnell kaum mehr zu trennen von einem realen Geschehen. Für sie hieß es, an diesem Tag ihr erlerntes Wissen in der Praxis zu testen. Dabei sammelten sie viele realistische Erfahrungen sammelten für diese in der späteren Praxis doch häufig anstehende Einsatzlage. Eine Übung also mit viel Bezug zur Realität, die die Ehrenamtlichen mit großem Engagement und überzeugenden Leistungen absolvierten.

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