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Malteser Gütersloh

Gut zu sein, reicht nicht

Malteser in Paderborn begeistert über großes Fortbildungswochenende

21.01.2014
Sonderrechte nicht erzwingen: Polizeihauptkommissar Werner Brüseke war auf Einladung von Marina Stork (beide Mitte) gekommen, um die Malteser über die Sonderrechte zu schulen.
Sanitätseinsätze von Beginn an richtig planen und durchführen, war das Thema von Marina Stork und Notfallreferent Tillman Castiollo Romero für die engagierten ehrenamtlichen Malteser.

Paderborn. Da blieb keine Stelle des Skeletts unbeachtet. Als Notärztin Schwester Johanna mit ihrer Fortbildung über Frakturen bei den Maltesern durch war, hatte sie wirklich jeden Knochen bedacht und alle möglichen Brüche angesprochen. Die Salzkottener Franziskanerin war eine der Referentinnen beim jährlichen Intensiv Fortbildungswochenende, zu dem Marina Stork von den Maltesern in Paderborn eingeladen hatte. Auf dem Laufenden sind die zeitweilig bis zu 46 ehrenamtlichen Helfer an den beiden Tagen, das können sie nach so vielen Programmpunkten von sich ehrlich behaupten.

Vorsichtig und rücksichtsvoll zu fahren, basierend auf den entsprechenden Vorschriften der Straßenverkehrsordnung, dazu mahnte Polizeihauptkommissar Werner Brüseke. Einmal im Jahr werden die Malteser unterrichtet, wie sie mit Sondersignalen zu fahren haben. Dass das keine Standartunterweisung wurde, dafür sorgte der engagierte Polizist. Blaulicht und Martinshorn seien wichtige Utensilien für ihre Arbeit, mahnte er die Sanitäter, gab aber zugleich zu bedenken, dass diese Signale aus einer roten trotzdem keine grüne Ampel machten.
Die richtige Planung von Sanitätseinsätzen, vom ersten Anruf eines Veranstalters bis zum Treffen am Einsatzort, war ebenso ein Thema, wie die Erläuterung des Malteser-eigenen Qualitätsmanagements. Gut zu sein, reiche nicht, gut zu bleiben, das sei das Ziel, erklärte Dienststellenleiter Christian Hempelmann. Er, der sonst für die sozialen Dienste wie Rettungsdienst und Hausnotruf, Fahrdienst oder Menüdienst zuständig ist, ermunterte auch die Ehrenamtlichen, bei ihrer Arbeit die hohen Anforderungen an Sicherheit und Hygiene, an Planung und Dokumentation nie aus dem Auge zu lassen.
Ein ganzes Beatmungsgerät aus dem Krankenhausalltag hatte Dr. Albert Götte für die Malteser aufgebaut. In seiner Schulung ging der ehemalige Chefarzt der Anästhesie des Vincenz Krankenhauses auf Atmung und Kreislauf ein, auf Lunge und Herz und brachte auch Details zum Aufbau des Kehlkopfes nahe. Wichtige Informationen, die bei der Wiederbelebung zum Thema werden können. Speziell für den Betreuungszug der Malteser führte die Ärztin Ursula Kallen eine Weiterbildung zu psychiatrischen Notfällen. Der Betreuungszug ist ein Teil des Katastrophenschutzes im Kreis Paderborn. In ihm sind Ehrenamtliche engagiert, um Angehörige oder Betroffene nach Unglücken oder Evakuierungen zu begleiten oder betreuen. Der Umgang mit psychischen Grenzsituationen gehört für sie zum Einsatz.
Mit ordentlich Herzblut ging es dann in die Abschlußeinheit. Marina Stork, stellvertretende Stadtbeauftragte der Malteser, hatte drei realistische Übungsszenarien erstellt. So fanden die Seminarteilnehmer eine „bewusstlose Kollegin“ im WC, mussten sich mit einer „angefahrenen Fußgängerin“ auf dem Hof auseinandersetzen. Auch bei der unter einem der großen Rolltore „eingeklemmten Person“ mussten sie schnell handeln. Aber nach soviel Input aus den beiden Tagen meisterten sie diese Situationen bestens. Zum Dank gab es deshalb auch einen Ausflug zur Bowlingbahn. Dort fanden die Ehrenamtlichen Malteser aus Büren, Borchen, Hövelhof und Paderborn noch genügend Schwung, um das prallvolle Wochenende gut ausklingen zu lassen.
Die Malteser engagieren sich in Paderborn neben den sozialen Diensten mit Sanitätsdiensten bei Veranstaltungen, sind stark vor Ort in der sozialpflegerischen Ausbildung oder beim Ersthelferunterricht in den Betrieben. Für die Notfallvorsorge stellen sie neben den beiden von ihnen besetzten Rettungswachen in Hövelhof und Borchen eine Betreuungsgruppe sowie einen Techniktrupp für den Katastrophenfall. Das soziale Ehrenamt findet sich in den regelmäßigen Seniorentreffs sowie den monatlichen Fahrten und Ausflügen für Alte und Behinderte wieder. Die Jugend stellt neben ihrer offenen Arbeit auch einen Teil des Nachwuchses. Interessierte aller Alter, die ein qualifiziertes und zugleich erfüllendes Ehrenamt suchen, können sich melden unter paderborn(at)malteser(dot)org

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