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Malteser Gütersloh

Mitmenschlichkeit ein Gesicht geben

Dienst am Nächsten bei den Maltesern hat viele Facetten / Treffen des Ehrenamtes

13.05.2014
Petra Emig, Dr. Ursula Sottong und Diözesanvorstand Jürgen Reineke freuten sich über so viel ehrenamtliches Engagement in der Diözese.
In Paderborn trafen sich die Verantwortlichen aus dem Bereich des ehrenamtlichen Engagements der Malteser.

Paderborn. Sie begleiten sozial benachteiligte Menschen zu kulturellen Veranstaltungen, fahren mit ihnen zum Einkaufen, lesen ihnen vor oder nehmen sich einfach mal Zeit für sie. Rund 50 ehrenamtliche Helfer des Malteser Hilfsdienstes trafen sich jetzt im Forum St. Liborius in Paderborn zur Jahrestagung soziales Ehrenamt in der Diözese Paderborn. Für Diözesanreferentin Petra Emig war das neben allem inhaltlichen Input vor allem ein Dankeschön für den geleisteten Einsatz.
Dieses Engagement ist vielfältiger Natur und reicht von Besuchs- und Begleitungsdiensten über den Malteserruf und die Einkaufsdienste bis hin zu Kirchenfahrdiensten. Zielgruppe sind vor allem sozial benachteiligte Senioren, vereinsamte und kranke ältere Mitbürger und Senioren, die in ihrer Mobilität eingeschränkt sind. Aber auch jüngeren Menschen, beispielsweise nach einem Schlaganfall, wird von den Maltesern auf Wunsch geholfen.
Während seines geistlichen Impulses lobte Paderborns Propst Dr. Elmar Nübold den Einsatz der vielen Helfer. „Sie können stolz sein auf ihre Tätigkeit in der Kirche, denn sie haben eine ganz wichtige Aufgabe, um die Balance zwischen Gottesdiensten und dem Einsatz im Alltag zu halten“, betonte Nübold. Es sei nicht nur wichtig, den Glauben zu verkünden und zu feiern, sondern ihn durch soziale und caritative Diensten auch zu leben. Vielleicht gelänge es bei der Arbeit, ähnlich wie Johannes in seiner Beziehung zu Jesus, „auf den Größeren hinzuweisen“.
Für Diözesanfinanzkurator Jürgen Reineke neigt die deutsche Gesellschaft immer stärker zur Egozentrik. Die Malteser seien aufgerufen, der Mitmenschlichkeit wieder ein Gesicht zu geben. Die Entlohnung erfolge durch ein Lächeln, ein Dankeswort, einen Händedruck oder einfach durch die Nähe zu einem Menschen. „Sie sind das Gesicht der Malteser“, betonte der Diözesanvorstand. Nach Angaben von Referentin Petra Emig wollen die Malteser dem viel zitierten demographischen Wandel künftig noch stärker Rechnung tragen und Angehörige von Demenzkranken mit Angeboten entlasten. Erste Standorte für dieses neue Projekt sind Rheda-Wiedenbrück und die Region Emscher-Ruhr mit Castrop-Rauxel und Herne.
In einem Workshop informierten sich die ehrenamtlichen Helfer über Bewegung im Alter und lernten das Tanzen im Sitzen kennen. Zwei Vorträge befassten sich mit den Themen Hausnotruf und Humor im Umgang mit alten Menschen. Für Dr. Ursula Sottong, Leiterin der Demenz-Fachstelle beim Malteser Hilfsdienst in Köln, ist die Begegnung von Menschen mit Lachen und Humor gelebte Nächstenliebe. „Humor relativiert die Schwere der Ereignisse und bietet ein Stück Gelassenheit und  Heiterkeit“, stellte Sottong fest. Humor sei Überlebenstraining, helfe über Probleme hinweg und reguliere Konflikte. Menschen mit Humor würden zudem besser betreut. Und wichtig sei es auch, über sich selbst lachen zu können, sagt sie. Humor könne auch eine Gratwanderung sein. „Wenn jemand nur noch ein Bein hat, und man ihm sagt, dass er mit dem Waschen schneller fertig ist“, nennt Sottong ein Beispiel. Mittlerweile würde der Betroffene diese Worte gerne selber immer wieder zur Erheiterung erzählen. „Es lohnt sich, alt zu  werden, und die Dinge, die wir haben, zu genießen“, sagt die Expertin. Die Helfer sollten ruhig mal sensibel etwas riskieren und Grenzen überschreiten. „Und schenken sie Aufmerksamkeit, die kostet nichts“, so ihr Tipp zum Abschluss.

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