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Malteser Gütersloh

Malteser bringen junge Ungarn aufs Fahrrad

Erinnerung an Grenzöffnung vor 25 Jahren

04.06.2014
Großzügige Spende der Firma Hensel: Mitarbeiter des Lennestädter Unternehmens hatten Fahrräder gesammelt. Der Chef stiftete die Aufarbeitung, gemeinsam spendeten sie die Räder nun den Maltesern für ihre Hilfsaktion. Die zehn Fahrräder sollen nun nach Ungarn gehen. Olpes Stadtbeauftragter Martin Burghaus, stellv. Diözesanleiter Stephan Graf Spee sowie Bezirksbeauftragter Reinhard Biehl freuten sich für die Malteser über die tolle Spende.

Lennestadt/Paderborn/Castrop. „Wir müssen den Ungarn dankbar sein, denn sie haben die ersten Steine aus der Mauer entfernt, die Deutschland seit 1961 geteilt hat und viel Leid über die Menschen gebracht hat" meint Jürgen Plöger, Diözesanauslandsbeauftragte des Malteser Hilfsdienstes in der Erzdiözese Paderborn. In diesem Jahr jährt sich zum 25. Mal der Fall der Mauer. Aus diesem Grund haben die Malteser eine große Ausstellung über ihre damalige Hilfe erstellt, denn sie waren 1989 die ersten, die in Ungarn ein Flüchtlingslager mit aufgebaut haben. Darüber hinaus wollen die Malteser mit einer großen Fahrradaktion auch heute noch effektive Hilfe leisten. Sie sammeln Fahrräder, mit denen die Kinder in Ungarn zur Schule kommen können.

Beim Blick in die Geschichte werde oft übersehen, dass es schon vorher dem Mauerfall Löcher im Eisernen Vorhang gegeben habe, die vielen Bürgerinnen und Bürgern der ehemaligen DDR ermöglicht haben, in den Westen zu fliehen, erinnert sich Jürgen Plöger. Dies sei vor allem in Ungarn geschehen, wo die Grenzanlagen mit Zustimmung des damaligen sowjetischen Präsidenten Gorbatschow abgebaut worden seien. Im August 1989 hatten sich ungarische Malteser und deutsche Malteser aus der Erzdiözese Paderborn gemeinsam um die Flüchtlinge in Budapest gekümmert. Daraus ist eine bis heute andauernde lebendige Partnerschaft entstanden, in der sich beide Seiten austauschen und helfen. „Leider herrscht heute eine große Not in Ungarn, ja man könnte auch sagen, dass Ungarn zum Armenhaus der europäischen Union gehört“, weiß Plöger. Die Not sei inzwischen so groß, dass Lehrer und Schüler nicht mehr in die Schule kommen könnten, da es in einigen Bereichen Ungarns keine öffentlichen Nahverkehr mehr gebe.

Die Malteser in der Erzdiözese Paderborn möchten daher ihren Beitrag leisten, um es Schülern und Lehrern wieder zu ermöglichen, die Schulen zu besuchen. „Bildung ist die beste Grundlage zur Entwicklung von Wohlstand. In Absprache mit unseren ungarischen Partnern sammeln wir verkehrstüchtige Fahrräder, die wir dann mit einem Transport im August nach Ungarn bringen werden“, beschreibt Jürgen Plöger. Dort würden dann die Fahrräder den ungarischen Maltesern weitergegeben, die dann für die Verteilung im Land sorgen werden.

Die Malteser bitten deshalb darum diese Aktion zu unterstützen und gute, fahrtüchtige Fahrräder, die nicht mehr benötigt werden, zu spenden Denn: Nur, wer zur Schule gehen könne, habe die Chance auf eine bessere Zukunft.

Weitere Informationen

Unser Spendenkonto: Malteser Hilfsdienst e.V.  |  Pax-Bank  |  IBAN: DE06370601201201216865  |  BIC / S.W.I.F.T: GENODED1PA7