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Malteser Gütersloh

"Da bekomme ich eine Gänsehaut"

Typisierung in Borchen rettet Frau das Leben

18.11.2014
Lebensretterin: Ingrid Seipolt von der DKMS gratuliert Laura Coners. Das unterstützen auch Landrat Manfred Müller sowie Malteser Borchen-Geschäftsführer Holger Freitag. (von links)

Borchen. Eigentlich war es nur um die Spende für einen an Leukämie erkrankten Kollegen gegangen. Doch dann hatte die Typisierungsaktion, die die Malteser aus Borchen bei Paderborn angestoßen hatten weit mehr Ausmaß, als geplant. 582 Menschen hatten sich im Mai in der Borchener Gemeindehalle als potenzielle Stammzellspender registrieren lassen. Organisiert wurde die Aktion von dem Malteser Hilfsdienst, weil ein Kollege aus dem Rettungsdienst an Blutkrebs erkrankt war. Nun ist aus der Malteser-Aktion in Borchen eine erste Stammzellspenderin: Die 19jährige Laura Coners aus Paderborn ermöglichte einer Frau mit Blutkrebs die lebensnotwendige Transplantation. Auch für den erkrankten Rettungsassistenten konnte ein ‘genetischer Zwilling‘ gefunden werden. Der 47-jährige Familienvater aus Hövelhof ist gesundheitlich auf dem Weg der Besserung.
 
Als der von der großen Beteiligung an der Typisierung gehört hatte, war er sehr berührt gewesen: „Dass so viele Menschen bereit sind, anderen zu helfen, hat mir enorm viel Kraft gegeben und Mut für die bevorstehende Transplantation gemacht. Jetzt zu erfahren, dass sogar schon eine erste Spenderin aus der Aktion hervorgegangen ist, erfüllt mich mit tiefer Freude.“  Als Laura Coners nur wenige Wochen nach der Aktion erfuhr, dass sie als ‘genetischer Zwilling‘ für einen Patienten in Frage komme, war auch sie sehr aufgeregt gewesen: „Ich habe mich riesig gefreut! Es war ein glücklicher Zufall, dass ich überhaupt bei der Aktion mitmachen konnte, da ich an dem Tag eigentlich gar keine Zeit hatte“, erinnert sich die Jura-Studentin. Als ich dann doch früher als vermutet wieder zu Hause war, packte ich die Gelegenheit beim Schopfe und fuhr kurzentschlossen hin.“ Das sei ihr sehr wichtig gewesen, denn als Gruppenleiterin der Malteser-Jugend habe sie natürlich von dem Schicksal des an Blutkrebs erkrankten Kollegen erfahren und bei den Vorbereitungen für die Aktion mitgeholfen. Nun ist Laura die Erste, die tatsächlich einem Menschen die Chance auf Überleben ermöglichen konnte. Dafür überreichten Landrat Manfred Müller und die Teamleiterin der DKMS Deutsche Knochenmarkspenderdatei, Ingrid Seipolt, im Paderborner Kreishaus als Anerkennung eine Urkunde. „Ich finde das ganz großartig, dass Sie sich so einsetzen“, dankte Landrat Manfred Müller der jungen Studentin. Hier würden „Zeichen der Mitmenschlichkeit“ gesetzt: „Sie machen jedem Erkrankten Mut, dass auch für ihn oder sie ein Lebensretter gefunden werden kann“, betonte Müller. Bei Laura wurde die seltenere Methode der Spende angewendet: Die Knochenmarkentnahme. Unter Vollnarkose wurde ihr Blut-Stammzellgemisch aus dem Beckenkamm entnommen. Es bildet sich jedoch innerhalb von zwei Wochen vollständig nach. „Ich wurde sehr sorgfältig aufgeklärt und gut betreut. Zwei Tage lang hatte ich ein leichtes Druckgefühl an den Einstichstellen, spätestens nach zehn Tagen habe ich absolut nichts mehr gemerkt. Nach der Spende erfuhr ich, dass ich einer 40-jährigen Frau aus den USA helfen konnte. Es ist ein gutes Gefühl und ich hoffe, dass es ihr bald besser geht! Ich würde jederzeit erneut Stammzellen spenden!“
„Ich finde es großartig, dass bereits  eine erste Stammzellspenderin aus unserer Registrierungsaktion hervorgegangen ist“, freut sich der Borchener Gliederungs-Geschäftsführer Holger Freitag. „Alle, die hier in irgendeiner Form an der Aktion beteiligt waren oder sich registrieren ließen, können nun ganz konkret spüren: Es ist gut und wichtig, was wir hier gemacht haben! Irgendwo auf der Welt gibt es einen Menschen, der dadurch nun die Chance erhält, zu überleben! Da bekomme ich Gänsehaut!“

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