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Malteser Gütersloh

Bombenfund sorgt für Evakuierung

Malteser in Siegen zeigten eine gut aufgestellte Einheit

22.11.2014

Siegen. Bombenfund in Siegen.Um 14:40 Uhr gaben die Melder am Freitag Alarm: Einsatz für die 4.EE des Kreises Siegen Wittgenstein; Sonderlage!
Schnell erfuhren die Helfer, dass eine freigelegte Fliegerbombe aus dem 2. Weltkrieg im Gebiet „Hengsbach“ in Siegen eine sofortige Evakuierung der Bevölkerung notwendig machte. Bei Auslö-sung des Alarmes gingen die Verantwortlichen an der Fundstelle noch von einer 5 Zentnerbombe aus, die eine Evakuierung im Umkreis von 250 Metern um die Fundstelle erforderlich machte. Kurze Zeit später verschärfte sich die Lage. Es war eine 10 Zentnerbombe und der Evakuierungsra-dius musste auf 500 Meter erweitert werden.

Rund 800 Menschen waren von der Räumung des Wohngebietes betroffen, darunter ein AWO Wohnheim, eine Asylantenunterkunft und ein Altenheim der Diakonie mit knapp 100 Bewoh-nern.
Während Polizei und Feuerwehr im Wohngebiet tätig wurden und die Evakuierung vorbereiteten, wurden in der Siegerlandhalle alle notwendigen Vorbereitungen zur Aufnahme der Betroffenen Anwohner getroffen.
Helferinnen und Helfer von den Maltesern, dem DRK, dem THW und dem PSU Team arbeiteten Hand in Hand. Es wurde eine Registrierungsstelle eingerichtet, eine Essenausgabe wurde aufgebaut, Tische und Stühle in der Halle gestellt, ein medizinischer Versorgungsbereich eingerichtet, Ruhe-bereiche geschaffen und mit Feldbetten bestückt.
Nach und nach erreichten die ersten Anwohner die Siegerlandhalle und wurden von den Helferin-nen und Helfern betreut.
Spannend wurde es, als die ersten Bewohner des Altenheimes in der Halle eintrafen.
Neben Behindertentransportern kam auch der Rettungsbus der VWS in Einsatz, der Bewohner und Betreuer aus der Gefahrenzone brachte.
Die bettlägerigen Bewohner der Einrichtung und demente Bewohner mit Weglauftendenz wurden ins Krankenhaus nach Kredenbach gebracht, das über eine geriatrische Fachabteilung verfügt. Um den Transport der 31 Bewohner zu sichern, wurde zur Unterstützung der hiesigen Kräfte der PTZ 10 Dortmund mit RTW und KTW von ASB, DRK und MHD alarmiert. Für den PTZ 10 des Kreises Siegen Wittgenstein waren neben RTW und KTW des Roten Kreuzes der RTW MHD Bad Laasphe und der ITW des MHD Kreis Siegen Wittgenstein im Einsatz.
Insgesamt wurden in der Siegerlandhalle 262 Personen betreut, 20 davon liegend.
Die Betreuungsgruppe der Netpher Malteser sorgte dafür, dass 328 Betroffenen und Einsatzkräfte gut verpflegt wurden. Der Menueservice der MHD Kreisgeschäftsstelle lieferte rund 250 Menues. Die Betreuungsgruppe kochte vor Ort 100 Liter Suppe und 100 Liter Kaffee.
Die 4. Einsatzeinheit des Kreises Siegen Wittgenstein zeigte sich unter der Leitung von Zugführer Stefan Biehl sehr gut aufgestellt. Die San- Gruppen der Siegener Malteser, die Betreuungsgruppe der Netpher Malteser, die Fachleute für Sicherheit und Technik aus Bad Laasphe, die Besatzungen der Malteser- Einsatzfahrzeuge, der Malteser Notarzt haben in Zusammenarbeit mit den Ehrenamtlichen der anderen Hilfsdienste dafür gesorgt, dass sich alle Betroffenen in dieser Ausnahmesituation so wohl wie möglich gefühlt haben.
Erleichterung machte sich breit, als der Abschnittsleiter vor Ort, Karl- Heinz Richter, gegen 23 Uhr, acht Stunden nach Beginn des Einsatzes endlich verkünden konnte: Die Bombe ist entschärft. Alle können zurück in ihre Wohnungen!
Auch der Rücktransport verlief reibungslos. Das Einsatzende wurde um 1:30 Uhr notiert.

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