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Malteser Gütersloh

Malte Viezens neuer Beauftragter in Hövelhof

Karl-Heinz Lieb verabschiedet / Stabwechsel mit vielen internationalen Gästen

21.04.2015
Das neue Team in Hövelhof: Karl-Heinz Lieb ist als Ortbeauftragter abberufen worden von Diözesanleiter Dr. Wolf van Lengerich. Franz Kudak bleibt als Geschäftsführer im Amt, neben ihm der neue Beauftragte, Malte Viezens (von links).
Für langjährige Mitgliedschaft zeichneten die Malteser in Hövelhof ihre Mitglieder aus. Der bisherige Beauftragte Karl-Heinz Lieb erhielt für sein Engagement die goldene Verdienstmedaille der Malteser.
Malte Viezens heißt der neue Beauftragte der Malteser in Hövelhof. Der Rettungsassistent führt künftig die engagierte Einheit der Malteser. Fotos: Malteser/Schlichter

Paderborn. „Auslandsdienst muss man leben. Nur wenn ich bei den Menschen direkt vor Ort bin, kann ich sehen, wo sie der Schuh drückt.“ Wenn Karl-Heinz Lieb über seine Arbeit in den vergangenen Jahren bei den Maltesern berichtet, dann hat das viel mit humanitärer Hilfe im Ausland zu tun. Nach fast 14 Jahren als Ortsbeauftragter der Malteser in Hövelhof trat Lieb am vergangenen Wochenende von seinem Posten als Chef zurück. An seiner Stelle wird künftig Malte Viezens (38) die Geschicke der Hövelhofer Malteser leiten. Lieb bleibt seinem Engagement für das Ausland aber treu, künftig hat er dafür nur noch mehr Zeit.

Ein Generationswechsel ist es sicherlich. Lieb ist bei den Maltesern ein echtes Urgestein und seit seiner Zivildienstzeit 1978 dabei. Als Zugführer, als Leiter für Sanitätsdienste und Katastrophenschutz hatte er in den 80er Jahren begonnen. Dann mit der Wende 1989 schnupperte er Auslandsluft. Lieb war dabei, als die Malteser das Lager der DDR Flüchtlinge in Budapest unterstützten. Seitdem haben sich seine Aktivitäten mehr und mehr auf die Auslandshilfe verlagert. Trotzdem hatte er 2001 noch zugesagt, die Gesamtleitung für die Malteser in Hövelhof zu übernehmen. Diesen Posten nun gibt er an diesem Wochenende ab. „Die Familie freut sich schon, dass ich dann künftig mehr Zeit für sie habe“, sagt Karl-Heinz Lieb. Doch Ehefrau Natalia sowie die beiden Kinder Luisa und Lennart wissen sicher genau, dass der Virus des Ehrenamtes in ihm ganz tief verankert ist.
„Manchmal weiß man nicht, wo man die Kraft hernehmen soll für die Hilfe. Aber wenn man dann vor Ort ist und sieht, wie notwendig das für die Menschen ist, dann geht das wieder“, erinnert sich der gebürtige Ostenländer an die vielen Einsätze in all den Jahren. Mit Hilfsgütern ist er in Ungarn und Rumänien gewesen, in Polen und der Ukraine. Er hat Konvois gefahren oder Klinken saniert. Er hat ein Kinderheim gebaut oder Altenheime ausgestattet. Aus dem einen erwuchs das andere. Seine unkonventionelle Art, dort zu helfen, wo es nötig ist, hat Karl-Heinz Lieb schnell in immer größere Zusammenhänge der Hilfe gebracht. Dass er dabei irgendwann auch Kontakt zu den Großen und Einflußreichen eines Landes bekam, blieb nicht aus. Ob in Polen oder Ungarn, viele Parlamentarier kennen Karl-Heinz Lieb. Die hochrangigen Orden, die sie ihm für seine Arbeit verliehen haben, zeigen die Würdigung, die ihm dafür im Ausland entgegengebracht worden ist. Die Kontakte haben dem Malteser aber oft Türen geöffnet, die anderen verschlossen blieben. So hat er manchen Schlagbaum an Landesgrenzen ohne Probleme oder Zahlungen passieren können, weil der Kontakt so gut war.
Mit Ungarn hatte die Hilfe angefangen. „Nach der Unterstützung der Flüchtlinge sind wir dann in ein Kinderheim gefahren“, erinnert sich Lieb. Dort waren die Helfer so angetan von den Menschen vor Ort, dass weitere Transporte folgten. Als die Menschen dann aber Lieb baten, einen Teil der Hilfsgüter nach Rumänien zu bringen, „weil die Not da noch größer ist“, hat er dem zugestimmt. Von dort führte der Weg dann weiter in die Ukraine. „Die Not wechselt, wir fahren deshalb immer dorthin, wo wir am dringendsten gebraucht werden“, beschreibt er das. So waren sie allein in einem Jahr 20-mal in Polen, als es darum ging, dort ein Pflegeheim aufzurüsten.  Tiszanana in Ungarn, Baranov in Polen und Siebenbürgen in Rumänien sind heute noch die Orte, in denen Lieb mit Unterstützung von rund 21 Helfern Hilfe leistet. Aus diesen Orten kommen auch Abordnungen zur Verabschiedung, ob nun die ungarischen Husaren oder die Malteser-Kommandantin aus Polen, sie alle wollen Lieb für sein großes Engagement danken.
Gesundheitliche Gründe führen jetzt dazu, dass Karl-Heinz Lieb, der als gelernter Reprograf im Katasteramt des Kreises arbeitet, nun ein wenig kürzer treten will und zumindest die Gesamtverantwortung für die Malteser in Hövelhof weitergibt. Malte Viezens ist für ihn dabei kein Unbekannter. Der gebürtige Bremer arbeitet schon seit einigen Jahren als Rettungsassistent auf der Malteser Wache in Hövelhof und hat mit den Maltesern schon einiges erlebt. Erste Hilfe Ausbildung, Sanitätsdienste, Katastrophenschutz und soziales ehrenamt sind die Bereiche, denen er sich demnächst widmen will. Dass sein Vorgänger Lieb ihn dabei unterstützt, das ist für den schon klar. Er zitiert gerne das Bild, dass sich nur etwas bewegen lässt, wenn alle gemeinsam eine einem Strang ziehen. Dass er da weiter mit dabei ist, wenn auch mehr im Hintergrund, ist für die Malteser in Hövelhof ein gutes Signal.

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