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Malteser Gütersloh

Mit Geld und Gottvertrauen helfen

Paderborner Unternehmerin Kerstin Brülle spendet Wochenumsatz in Höhe von 22.093,57 Euro für Nepal

08.05.2015
Gemeinsam zeigen, dass Paderborn zu erstklassigen Leistungen auch bei der Hilfe fähig ist: Bürgermeister Michael Dreier, Restaurant-Chefin Kerstin Brülle, Diözesangeschäftsführer Andreas Bierod und Malteser Fundraiser Christian Schlichter (von links) freuen sich über den Scheck in Höhe von 22.093,57 Euro.
Interesse auch von der Öffentlichkeit: Sonia Harrison von Radio Hochstift interviewt Kerstin Brülle und fragt sie nach der Motivation für solch ungewöhnliches Engagement. Bürgermeister Michael Dreier und Diözesangeschäftsführer Andreas Bierod freuen sich über den Wochenumsatz der direkt in die Hilfe von Malteser International nach Nepal geht.

Paderborn. Sie will helfen und den Menschen nach dem Erdbeben in Nepal Gutes tun. Eigentlich, so wie es ihre Art ist, still und leise. „Man muss ja nicht immer alles an die große Glocke hängen“, sagt Kerstin Brülle. Dass sie es, entgegen ihrer Gewohnheit, nun doch öffentlich macht, hat drei Gründe: Als Chefin des Paderborner Subway Restaurants an der Detmolder Straße spendet die Geschäftsfrau jetzt die kompletten Einnahmen einer Woche, das sind genau 22.093,57 Euro, Malteser International unterstützt damit die konkrete Arbeit eines Teams in Nepal. Aber nicht nur sie gibt viel, auch die Mitarbeiter haben dabei auf einen Teil ihres Gehalts verzichtet und die Trinkgelddose dazugegeben, das verdient Erwähnung. Der Zuspruch der Kunden war in diesen Tagen zudem so groß, dass Kerstin Brülle ihnen nun auch deutlich machen will, was mit dem vielen Geld passieren wird. Und letztlich, da stimmt ihr Paderborns Bürgermeister Michael Dreier zu, will sie auch Werbung im besten Sinne für die Stadt machen. „Wir sind hier nicht nur erstklassig im Fußball, wir können es auch im Helfen sein“, sagt die engagierte Unternehmerin, die seit zehn Jahren Subway Restaurants in Paderborn betreibt und mit solch einer Aktion auch am Wir-Gefühl der Stadt arbeiten möchte.

Ob sie sich denn den Verzicht auf die kompletten Einnahmen einer Woche leisten kann, das hat sich Kerstin Brülle (43), die mit ihrer Familie in Lippstadt wohnt, gar nicht erst gefragt. Sie sah die Bilder von der Not der Menschen nach dem Erdbeben und sofort war ihr klar, dass sie dort helfen wollte. In der Nacht kam ihr die konkrete Idee mit den Wocheneinnahmen, am nächsten Tag sprach sie mit ihren Mitarbeitern darüber und erhielt auch deren Einverständnis. Ein befreundeter Grafiker fertigte vier große Schilder für die Schaufenster: „Wir spenden unseren Umsatz an die Erdebenopfer in Nepal“, steht darauf. Zum 1. Mai dann begann die Aktion, die Donnerstag Nacht auslief. „Mir geht es so gut, nicht nur wirtschaftlich, sondern auch damit, dass wir hier in Sicherheit leben können“, begründet Kerstin Brülle, wieso es ihr Anliegen ist „nicht nur Geld, sondern damit auch ein wenig von unserem Glück“ weiter zu geben. „Ich stehe jeden Tag auf und es geht mir gut, da reißt es mir die Seele heraus, wenn man in solcher Not wie in Nepal dann nicht hilft“, sagt sie.

Nur positive Reaktionen hat sie seit Beginn der Aktion von den Kunden bekommen. Teils auch ungläubige Blicke. Was, die ganzen Einnahmen? Ja, da ist sich Kerstin Brülle, die im Franchise System mit Subway arbeitet, sicher. Gehälter, Miete, Franchise Gebühren, Steuern und Lebensmittelkosten zahlt sie selbst. Alles Geld, das innerhalb der sieben Tage durch die Geschäftskasse gegangen ist, kommt dem guten Zweck komplett zugute. Dass sie damit eine Woche zum umsatzstarken Monatsanfang spendet und zudem viele Kunden durch vermehrten Besuch die Aktion auch noch pushen, ficht sie dabei nicht an. Dann soll es eben so sein, sagt die engagierte Christin, die in Lippstadt sehr stark in der evangelischen Kirche engagiert ist und auch bei den Westfalen Classics als Spenderin auftritt. Christliche Nächstenliebe ist demnach auch eines ihrer Motive, wieso sie hilft. Aber nicht nur. „Wenn man gemeinsam hilft, schweißt das innerhalb einer Stadt ja auch zusammen“, war es ihre Motivation, auch Bürgermeister Michael Dreier in die Aktion einzubeziehen. Dass er neben den Vertretern der Malteser bei der Spendenübergabe mit dabei war, unterstreicht nicht nur sein eigenes ehrenamtliches Engagement als Kreisbeauftragter für die Hilfsorganisation. Er wollte damit zugleich Kerstin Brülle Zuspruch geben, die ihre Aktion durchaus für nachahmbar hält. „Man muss bei solchen Katastrophen doch mehr machen, als sonst“, ist sie überzeugt, dass das Unglück im fernen Nepal auch Menschen in Paderborn etwas angeht.

Dass alle auf ihre Art helfen können, davon ist die Unternehmerin überzeugt. Dass nicht jeder einfach einmal auf seine ganzen Wocheneinnahmen verzichten kann, so wie sie es tut, weiß sie. Aber das Signal, das ist Kerstin Brülle wichtig. Und bei aller Bescheidenheit, in der sie sonst Gutes tut, hat sie diesmal den Weg in die Öffentlichkeit gewagt. Um der guten Sache und der Unterstützung der Arbeit der Malteser in Nepal willen. Denn die waren bereits vor der Katastrophe im Land und konnten sofort mit der Arbeit beginnen. Dass sie dabei auf das gleiche Gottvertrauen gesetzt haben, wie Kerstin Brülle es in ihrem Leben tut, verbindet sie. Denn auch die Malteser tun manchmal erst Gutes und fragen dann danach, ob es dafür Spender gibt. Doch das ist nicht unvernünftig, sondern einfach notwendig. Um der Menschen willen. In Paderborn und in Nepal.

Weitere Informationen

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