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Malteser Gütersloh

Vom Ritter zum Flüchtlingsbetreuer

Einführungskurs für die neuen Mitarbeiter in der Wollmarktsstraße in Paderborn

02.12.2015
Seminar mit Einführung in die Geschichte und die Motivation der Malteser, in der Mitte Schulleiter Andre´ Martini
Das Malteserwappen mit dem achtspitzigen Kreuz für die acht Barmherzigkeiten fest im Griff starten die neuen Betreuer nun in ihre Aufgabe an der Wollmarktstraße. Links: Schulleiter Andre Martini und Aufbaukoordinatorin Caroline Wange, rechts Betreuungsleiter Andris Jaksis und Einrichtungsleiterin Laura Reck. Fotos: Malteser/Schlichter

Paderborn. Sie haben sich noch nie vorher gesehen. So als Gruppe sitzen sie zum ersten Mal zusammen. Und doch passt die „Chemie“ vom ersten Augenblick an. Sie stammen aus unterschiedlichen Ländern, für einige von ihnen ist Deutsch noch mit manchen Hürden besetzt, und doch finden sie von Beginn an eine gemeinsame Sprache. Für 18 Menschen in Paderborn beginnt in dieser Woche eine ganz neue Aufgabe. Als Mitarbeiter in der Flüchtlingsbetreuung starten sie ihren Dienst für die Malteser in der Einrichtung in der Wollmarktstraße. Damit sie eingestimmt sind und wissen, für wen sie denn da tätig sind, wurden sie jetzt von Malteser-Schulleiter Andre´ Martini und Aufbaukoordinatorin Caroline Wange empfangen zum Einführungsseminar.
„Ich will helfen, helfen, helfen“, sagt Noureldien Eltamimi. Der junge Mann ist voller Tatendrang und freut sich auf die Arbeit für die Malteser. „Das ist ein perfektes Ziel und ein tolles Team“, urteilt er nach dem dreistündigen Einführungsseminar. In dem hat Malteser-Schulleiter Andre´ Martini aus Dortmund einiges zur Geschichte der Malteser erzählt. Die alten Stories von Kreuzzügen und Gründung der Malteserritter vor über 900 Jahren sind wichtig, um das Wirken der Malteser heute zu verstehen. Denn bei ihnen gilt bis heute der alte Grundsatz „Tuitio fidei et obsequium pauperum“, Bezeugung des Glaubens und Hilfe den Bedürftigen. Für das junge Team aus neuen Helferinnen und Helfern ist das wichtig zu erfahren, dass die Malteser zwar katholisch sind, ihre Hilfe richtet sich jedoch unabhängig von Religion oder Volksgruppe, Politik oder Hautfarbe an alle Menschen, so, wie es die Ritter bereits mit den ersten Hospitälern in Jerusalem praktiziert hatten.
Auf dem Leitbild und dem Wertekanon der Hilfsorganisation hatte Andre´ Martini bei dem Seminar aufgebaut und deutlich gemacht, wie sich das in der Flüchtlingsarbeit heute umsetzen lässt. Der Umgang mit Konflikten zwischen Religionen und Ethnien wurde dabei ebenso behandelt, wie die unterschiedliche kulturelle Herkunft der Menschen. „Ich möchte mich engagieren, weil jeder Mensch das Recht hat auf ein sicheres Leben“, fasst Gulbarin Hagi ihre Motivation zusammen. Das begreift Rachid Sohbi sogar noch intensiver: Ihm ist Menschlichkeit im Umgang mit den Flüchtlingen wichtig. Er habe selbst Hilfe bekommen in Deutschland, davon wolle er nun etwas weitergeben, sagt der junge Mann.
Für die Malteser sind diese Einführungsveranstaltungen wichtig. Die neuen Mitarbeiter sollten dabei nicht nur das Selbstverständis sondern auch die Strukturen der bundesweit arbeitenden Hilfsorganisation kennen lernen, sagt Aufbaukoordinatorin Caroline Wange. Sie ist in der Verwaltung der Malteser mit dafür verantwortlich, wie die neuen Einrichtungen für Flüchtlinge, die die Malteser betreuen, gut an den Start kommen. Für sie war das Seminar ein positiver Einstieg der Malteser in die Betreuung in der Wollmarktstraße. Nicht zuletzt durch die Aussage von Orkhan Mursalov. „Wenn Du die Welt ändern willst, ändere zuerst Dich selbst. Das habe ich getan, ich bin jetzt kein Eisverkäufer mehr, sondern freue mich auf die Arbeit als Betreuer bei den Maltesern“, hatte der zum Ende des Seminars seine Motivation zusammengefasst.

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