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Malteser Gütersloh

Die Ehrenamtlichen brennen für Lourdes

Kurz nach Neujahr bereits ganz konkret an Ostern denken

21.01.2016
Aline Gräfin von Spee vor dem Hintergrund des heiligen Bezirkes in Lourdes.

Siegen/Finnentrop/Olpe. Es ist die 36. Wallfahrt der Generationen, die die Malteser in der Erzdiözese Paderborn im nächsten Jahr veranstalten. Vom 17. bis 23. März führt die Pilgerfahrt mit dem Sonderzug und dem Flugzeug ins südfranzösische Lourdes. Diese Tage rund um den Palmsonntag sind in jedem Jahr ein besonderes Erlebnis im Glauben und in der Gemeinschaft für die bis zu 850 Pilger. Am vergangenen Wochenende traf sich das Vorbereitungsteam, um bereits jetzt die organisatorischen Weichen zu stellen. Fragen an Aline Gräfin von Spee (27) aus Finnentrop, die den Pilgerzug bereits seit Jahren ehrenamtlich begleitet:

Alle anderen Lourdes Pilger fahren mit dem Bus oder reisen mit dem Flugzeug an, die Malteser fahren noch mit dem Zug. Ist das noch zeitgemäß?- Auf einer Pilgerfahrt braucht man Zeit zum „Ankommen“. Wir pilgern mit dem Zug, da geht es darum, sich Zeit zu nehmen, sich zu entschleunigen und sich gemeinsam auf den Weg zu machen, unterwegs zu sein. Auch bietet der Zug eine gute Möglichkeit des Krankentransports, für die meisten Pilger mit Behinderung die angenehmste und für alle die „ökologischste“ Fortbewegung.
Das Besondere bei der Reise im Sonderzug ist, dass man mit ganz vielen Gleichgesinnten auf dem Weg ist. Dabei entsteht dann schnell eine große Pilgergemeinschaft.

Sie nehmen immer Schwerstkranke und Behinderte  mit auf die Wallfahrt. Ist das nicht eine viel zu große Strapaze für sie, mitzukommen?- Sicher ist es nicht leicht, die Reise ist anstrengend. Aber es gibt eine gute Betreuung und viele Menschen, die jederzeit helfen, sowie sehr professionelle und menschliche Betreuung durch pflegerische Fachkräfte und Ärzte. Kranke und behinderte Pilger berichten immer wieder, wie viel Hoffnung und Kraft sie von dieser Reise mit nach Hause nehmen, um dann im Alltag ihre Krankheit wieder besser tragen zu können.

Lourdes, das ist doch eigentlich etwas für Marienfans. Und die Kirchlichkeit schwindet auch. Kann solch eine Pilgerfahrt noch in der Breite der Generationen Menschen ansprechen?- Jeder nimmt Lourdes anders wahr: für die ältere Generation ist es die klassische Wallfahrt, für die junge Generation häufig eine intensivere „Erstbegegnung“ mit Kranken, Behinderten und Alten. Die Wallfahrt ermöglicht eine Auseinandersetzung mit dem eigenem Glauben und vor allem eine unverwechselbare Erfahrung eines Gemeinschaftserlebnisses. Wir versuchen beispielsweise durch die Mitgestaltung der Gottesdienste auch jüngere Menschen oder Familien für den Glauben zu begeistern und ihnen die Kirche näher zu bringen. Gerade die Zeit vor Ostern mit Rosenkranz und Kreuzweggebet sowie die Palmsonntagsliturgie sind eine intensive Vorbereitung auf das Osterfest.

Sie haben in jedem Jahr rund ein Viertel junge Menschen mit in der Pilgergruppe. Was ist deren Motivation, mitzukommen.- Der größte Teil unserer Kinder und Jugendlichen ist im Rahmen ihrer Firmvorbereitung mit dabei. Und die anderen werden meist von ihren Großeltern oder ihren Eltern mit nach Lourdes genommen. Wir sind bemüht, ihnen allen durch ein spezielles, ergänzendes Jugendprogramm gerecht zu werden. Viele sind erstaunt, dass Glauben auch Spaß machen kann. Einige von den Firmlingen  fahren in dem darauf folgenden Jahr wieder mit, was uns ganz besonders freut.
 

In jedem Jahr begleiten auch viele Geistliche und auch meistens ein Weihbischof die Malteser nach Lourdes. Ist dieser Beistand angesichts der Muttergottes in Lourdes überhaupt notwendig?- Das Gespräch mit den Seelsorgern ist im Rahmen der Pilgerfahrt unbedingt notwendig und gewollt. Besonders Kranke und Alte brauchen Gesprächspartner auch in Beicht- oder sonstigen –Gesprächen. Für Jugendliche ist es die Möglichkeit, der Kirche ein Gesicht zu geben und wo können sie näher und in ungezwungener Atmosphäre an Geistliche oder gar einen Bischof herankommen, um eigene Glaubensfragen und Probleme zu erörtern. Zudem sind ja auch neben dem Bischof und den Geistlichen weitere Seelsorger (Diakone, Gemeindereferent/innen) mit an Bord. Da ist es manchmal leichter ins Gespräch zu kommen.

Das Jahr hat gerade erst begonnen, da denken Sie bereits an Ostern. Was gibt es da alles schon zu tun?- Alter Spruch: Nach der Wallfahrt ist vor der Wallfahrt. Bereits im Sommer jedoch müssen Zug und Flugzeug gebucht werden, damit man noch gute „Frühbucher“-Preise bekommt. Im November muss dann das Programm gefertigt werden, denn die Orte für die liturgischen Feiern in Lourdes müssen angemeldet werden. Und die Werbung ist nicht zu vergessen: bereits im September/Oktober erfolgen die ersten Anschreiben an die Altpilger, die Informationen an die Kirchengemeinden und an die katholischen Verbände.

Ist das denn nicht jedes Mal die gleiche Organisation- In jedem Jahr gibt es wieder neue Herausforderungen, die gemeistert werden müssen. Da sind manchmal die Fahrzeiten, die uns die Französische Bahn „aufdrückt“ und dadurch unser Programm etwas durcheinander wirbelt; da sind Pilger mit besonderen Wünschen und Anliegen, um ihnen mit Behinderung und Krankheit auch eine Mitfahrt zu ermöglichen; da sind die vielen treuen Helferinnen und Helfer, die mit vielen Ideen und Herzblut sich einbringen, damit die nächste Wallfahrt noch besser und „professioneller“ wird.

Sie fahren mit vielen Ehrenamtlichen. Die bezahlen sogar für die Fahrt, um dann dort auch noch zu arbeiten. Sind diese Menschen verrückt?- JA. Und NEIN. Gerade dies macht die Pilgerfahrt zu dem Besonderen. Die Ehrenamtlichen „brennen“ für ihre Wallfahrt nach Lourdes, da nimmt man gerne viel Zeit und auch etwas Geld in die Hand. Denn Ehrenamtlich zu sein ist keine Aufgabe sondern Berufung. Wir als Malteser sind - glaube ich – ein ziemlich einzigartiges Team, teilweise kennen wir uns schon jahrelang und da macht es immer riesigen Spaß, Menschen nach Lourdes zu bringen und die Zeit mit Ihnen dort zu verbringen, ihre Geschichten zu hören und zu sehen, was Lourdes in ihnen bewirkt. 

Faszination Lourdes. Können Sie uns in 140 Zeichen twittermäßig sagen, was das für Sie bedeutet?- #Wallfahrt ist Faszinosum: 100 EA begleiten 700 Pilger #Lourdes: Einzelpilger werden Gemeinschaft. Nächstenliebe. Kraft schöpfen zum Leben.

 

Infos: Die 36. Pilgerfahrt der Generationen aus dem Erzbistum Paderborn findet vom 17. bis 23. März 2016, von Donnerstag bis Mittwoch über Palmsonntag, statt. In diesem Jahr wird die Reise in regie der Malteser mit dem Sonderzug von Altenbeken über Paderborn, Lippstadt, Geseke, Soest, Dortmund und Hagen oder wahlweise mit dem Flugzeug ab Paderborn begleitet durch Weihbischof Hubert Berenbrinker. In zwei Extra Wagen werden Kranke und Behinderte betreut, dazu steht eine  1:1 Betreuung aus fachkundigen Ehrenamtlichen bereit. Vor Ort erfolgt die Unterkunft in einer Krankenherberge oder in zwei bis Drei Sterne Hotels. Die Fahrt mit dem Sonderzug kostet ab 575 Euro, mit dem Flugzeug ab 725 Euro, Kinder und Jugendliche zahlen 350 Euro. Alle Infos unter www.malteser-wallfahrten.de oder unter 0 52 51 / 13 55 0

Weitere Informationen

Unser Spendenkonto: Malteser Hilfsdienst e.V.  |  Pax-Bank  |  IBAN: DE06370601201201216865  |  BIC / S.W.I.F.T: GENODED1PA7