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Malteser Gütersloh

Landesweit einheitliche Sicherheitstrainings im Rettungsdienst

Malteser und Krav Maga Defcon haben Rahmenvertrag abgeschlossen

23.01.2012

Der Malteser Hilfsdienst in NRW hat jetzt einen Rahmenvertrag zur Durchführung von Deeskalations- und Sicherheitstrainings für sein Rettungsfachpersonal abgeschlossen. Partner dabei ist das Unternehmen Krav Maga Defcon aus Villingen-Schwenningen. Mit den dortigen Teams haben die Malteser in einer erfolgreichen Pilotphase im vergangenen Jahr bereits an fünf Standorten in NRW 100 Mitarbeiter geschult. Jetzt sollen alle Malteser-Rettungsdienstmitarbeiter diese Ausbildung durchlaufen. Angeboten werden die Trainings über die drei Malteser-Rettungsdienstschulen in NRW (Aachen, Bonn und Dortmund) sowie vor ort in den Rettungsdiensten in eintägigen Inhouse-Seminaren. Krav Maga Defcon ist ein bundesweit tätiger Verband, der bereits umfangreiche Erfahrungen in der Schulung von Sicherheitskonzepten aufweisen kann. An der Spitze des Verbandes steht Armin Berberich, Polizeibeamter und Dozent an der Hochschule der Polizei in Baden Württemberg.

Rettungskräfte werden bei ihren Einsätzen immer häufiger behindert. Beschimpfungen und Rangeleien erleben die Sanitäter sehr häufig. Angriffe aggressiver oder betrunkener Menschen gefährden die oftmals lebensrettende Arbeit. Das sind die Ergebnisse einer Befragung der Ruhr-Universität Bochum, die die Malteser in Nordrhein-Westfalen 2010 in Auftrag gegeben hatten. Gewalt- und Angsterfahrungen im Rettungsdienst bedeuten psychologisch den Verlust von Handlungskontrolle. Entsprechend wurden von den Rettungskräften bevorzugt präventive Maßnahmen gewünscht, die dazu dienen, die bedrohte Handlungskontrolle wiederherzustellen, beispielsweise durch Deeskalationstrainings. Das Krav Maga Defcon -Konzept stellt die Kommunikation mit dem Umfeld des Patienten (Angehörige, Freunde) in den Mittelpunkt. Krav Maga ist dabei ursprünglich eine einfache Selbstverteidigungstechnik, die beispielsweise die israelische Armee lehrt. Die Zielsetzung der Malteser und Krav Maga Defcon besteht darin, Rettungsfachpersonal effektive, juristisch einwandfreie und einfache Methoden an die Hand zu geben, um sich gegen Gewalt (sei es verbal oder non-verbal) behaupten zu können.

Eigenschutz steht im Rettungseinsatz an erster Stelle. Deshalb müssen die Retter wissen, wie sie sich mit einfachen Mitteln schützen können. Bereits mit wenigen Basistechniken verbessert beispielsweise der Rettungsdienstler die Chance, einen Angriff unbeschadet zu überstehen. Die Malteser und Krav Maga Defcon wollen niemanden zum Kämpfer ausbilden, und Rückzug ist noch immer die beste Lösung. Inhalte des Schulungskonzeptes sind daher rechtliche Aspekte, Notwehr- und Nothilfevorschriften, Kommunikation und Körpersprache, taktisches Verhalten in Konfliktsituationen, Deeskalation, erkennen und vermeiden potentiell gefährlicher Situationen, Teamarbeit bei der Selbstverteidigung, Sicherheit am Arbeitsplatz während der Versorgung und Rettung Verletzter, das Verhalten bei Übergriffen, die Verteidigungsstellung, Befreiungstechniken bei Kontaktangriffen sowie Techniken in Notwehr- und Nothilfesituationen.


Hinweis:
Die Malteser in der Diözese Paderborn fahren Rettungsdienst in den Kreisen Paderborn, Gütersloh und Lippe, sowie in der Stadt Dortmund. Zudem sind sie punktuell eingebunden in Schwerte, Hagen und Hemer.

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