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Malteser Gütersloh

Wir begannen bei Null und mit Null

Malteser trauern um ihren Mitbegründer Joseph August Ebe

03.01.2012
Joseph August Ebe

Paderborn / Boffzen. Joseph-August Ebe war Malteser der ersten Stunde. Er hat den Verband im Jahr 1954 in Deutschland mit begründet und ist ihm bis zu seinem Tod engagiert treu geblieben. Am Silvestertag ist der ehemalige stellvertretende Diözesanleiter der Malteser in der Erzdiözese Paderborn im Kreis seiner Familie in Boffzen, wo der gebürtige Hagener mit seiner Frau den Lebensabend verbrachte, verstorben.

Bis 1982 stand Ebe mit an der Spitze der ehrenamtlichen Arbeit des Verbandes. Bis Anfang der 70er Jahre führte er zudem die Geschäfte des Malteser Hilfsdienstes in der Erzdiözese Paderborn. Die Malteser, sie waren dem Pionier ehrenamtlicher Arbeit über fast 60 Jahre zur Lebensaufgabe geworden.

Als der damalige Diözesan Caritas -Sekretär Josef August Ebe 1953 vom Auftrag der Bundesregierung an den Souveränen Malteser-Ritterorden hörte, „zur Unterstützung des amtlichen Sanitätsdienstes“ sich an der Ausbildung der Bevölkerung in der Ersten Hilfe zu beteiligen, ergriff er die Initiative. Seinem Engagement ist es zu verdanken, dass bereits im Juli des gleichen Jahres erste Gespräche stattfanden, die dann am 12. September 1954 zur Gründung der Malteser in Paderborn führten. Damit war die Diözese neben Münster die zweite bundesweit, die einen eigenen Malteser Hilfsdienst aufbaute. Ebe fungierte von Beginn an bis 1982 als stellvertretender Diözesanleiter. Die Ausbildung der Bevölkerung bildete in der Mitte der fünfziger Jahre die Kernaufgabe in der Entwicklung der Malteser. Dass die Malteser dabei dem uralten Auftrag des Souveränen Malteser Ritter Ordens „ Wahrung des Glaubens und Hilfe den Bedürftigen“ gehorchen durften, war Ebe mehr als nur christliches Gebot.

Dem diplomierten Meteorologen war ein besonderes Talent zur Innovation und durchdachten Organisation bei der damaligen Ausformung und Strukturierung des Katastrophenschutzes und der Malteser gegeben.

Ebe, so kennzeichneten ihn seine Weggefährten bei seiner Verabschiedung als stellvertretender Caritas-Direktor im Mai 1981, war ein „multifunktionales Allroundgenie“. Kaum ein Bereich, von der Verwaltung, der Öffentlichkeitsarbeit bis zu den Finanzen, den er nicht engagiert und dynamisch in Angriff nahm.

Für die Malteser in den Jahren des stürmischen Aufbaus zu einem heute nicht mehr zu übersehenden Fachverband der Caritas bedeutete Ebe ein Glücksfall! „Das Kommen und Gehen so vieler junger Leute in unserer ersten Diözesangeschäftsstelle am Domplatz 26 wurde als ungewöhnlich empfunden. Man hielt uns damals für eine neue Jugendorganisation“, erinnerte Ebe sich bei seinem Abschied aus der Malteser-Diözesanleitung im Jahr 1982. Die volle Anerkennung als katholische Hilfsorganisation durch die Deutsche Bischofskonferenz wie auch die Anerkennung als „freiwillige Hilfsgesellschaft“ im Sinne der Genfer Konvention waren auch Ebes unermüdlicher Arbeit zu verdanken.

Als engagierter Malteser wurde Ebe Ritter des Souveränen Malteser Ordens. Zahlreiche Verdienstorden und Auszeichnungen, unter ihnen auch Mitte der 70er Jahre die Verleihung des Bundesversdienstkreuzes am Bande, belegen Ebes herausragendes persönliches soziales Engagement. Dass aus dem freundschaftlichen Kontakt zu Malta, einer geschichtlichen Heimat der Malteser, in 1978 eine offizielle Partnerschaft zwischen dem Erzbistum Paderborn und der Inselrepublik entstand, ist sein Verdienst. In dieser Zeit verfasste er auch sein Buch über die Begräbnisstätten der deutschsprachigen Malteser-Ritter in der Kathedrale von Valetta.

„Mit Joseph-August Ebe verlieren wir einen engagierten Malteser, der aus vollem Herzen überzeugt war von unserer Arbeit und sie so maßgeblich geprägt hat“, sagt der heutige Diözesanleiter Dr. Wolf van Lengerich zum Tod des Mitbegründers. „Wir begannen doch bei Null und mit Null“, zitiert er aus einem Bericht Ebes über die Anfangsjahre. „Dass daraus ein Verband mit mittlerweile rund 69.000 Mitgliedern in 40 Städten des Erzbistums geworden ist, zeigt, dass sich das Engagements Ebes wirklich gelohnt hat. Wir werden ihn als liebenswürdigen Menschen und zugleich als zielstrebigen Gründer mit seiner ausgeprägten christlichen Vision gelebter Caritas in Erinnerung behalten“, so Dr. van Lengerich. RiP.

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