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Malteser Gütersloh

Starkes Gemeinschaftsgefühl, über Ländergrenzen hinweg

Ahmad, Sara und Oria aus Syrien waren beim Pfingstzeltlager der Malteser Jugend dabei

17.05.2016
Sara, Oria (v. l.) und Ahmad (r.) freuen sich darauf, bald Mitglied der Malteser Jugend zu werden. Die Kleidung haben sie schon – und sie sind mächtig stolz darauf. Auf dem Foto üben sie Erste Hilfe mit den Malteserinnen Sandra Dransfeld aus Balve (m.) und Christina Wiemann aus Lage. Foto: Malteser/Kaiser
Eine starke Gemeinschaft: Über 200 Kinder und Jugendliche waren beim Pfingstzeltlager der Malteser Jugend in Lipperode mit dabei. Foto: Malteser/Kaiser

Lippstadt, Lage, Paderborn.  Ahmad, Sara und Oria stammen aus Syrien. Im Herbst 2015 kamen sie als Flüchtlinge nach Deutschland, zusammen mit ihren Eltern und vier weiteren Geschwistern. Wie viele andere Syrer lebten sie zunächst in einer Flüchtlingseinrichtung der Malteser in Paderborn. Seit Februar wohnt die Familie jetzt in Lage. Bei einer Aktion der Malteser Jugend, dem Flüchtlingsfrühstück, sind sie erstmals auf die Jugendorganisation aufmerksam geworden. Sie waren sofort begeistert und machen seither regelmäßig bei Aktionen mit.

Auch beim großen Pfingstzeltlager der Malteser Jugend waren sie dabei. Dieses fand am vergangenen Wochenende auf dem Gelände des Schützenplatzes Bellevue in Lipperode statt. Zusammen mit über 200 weiteren Kindern und Jugendlichen verbrachten Ahmad, Sara und Oria dort vier spannende Tage. Das Motto der Veranstaltung lautete „Malte in der Zauberschule“.

Lagerolympiade und Workshops

Aus vielen Städten, von Herne bis Höxter, machten sich die Schüler dieses Jahr auf, um Ritter Malte beizustehen. Denn das „Maskottchen“ der Malteser Jugend hatte um Hilfe gebeten. Um die Schließung der Zauberschule zu verhindern, mussten die jungen Malteser bei der Lagerolympiade ihr Können unter Beweis stellen. Dabei war viel Teamgeist gefragt: Mit hohem Einsatz kämpften sie sich durch Schlingpflanzen, schätzten die Menge von Zaubertränken und flogen mit dem Besen. Nicht immer klappte alles auf Anhieb, aber schließlich konnte die Schließung der Schule doch abgewendet werden. Der begehrte Hauspokal, der die besten Leistungen auszeichnete, ging an die Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Büren. Zum Rahmenprogramm zählten auch allerlei Workshops, mit denen die Teilnehmer noch tiefer in die Welt der Zauberei eintauchten. Dazu gehörte Zauberstäbe schnitzen, Ketten basteln oder Schachfiguren aus Speckstein fertigen.

Die Pfingstzeltlager haben eine lange Tradition in der Jugendverbandsarbeit. Sie bieten Kindern und Jugendlichen viele Freiräume, die Möglichkeit, Abstand vom Alltag zu nehmen, und neue Dinge auszuprobieren. Aber die jungen Menschen lernen dabei auch Verantwortung zu übernehmen. Für saubere Wäsche und das Abspülen der Teller ist beispielsweise jeder selbst verantwortlich. Bei vielen Aufgaben sind die jungen Teilnehmer aktiv eingebunden.

Viele Freiräume, hohe Verantwortung

Auch für Ahmad, Sara und Oria gab es einiges zu tun. Zelte aufbauen, Duschen putzen - sie haben mit angepackt, wo es gerade erforderlich war. Dabei haben sie vieles von dem verinnerlicht, wofür die Malteser stehen. „Nämlich zu sehen, wenn ein Problem da ist, und gleich zu helfen“, sagt Christina Wiemann aus Lage. Sie ist bereits seit 12 Jahren in der Malteser Jugend aktiv. „Bei uns wird jeder so angenommen, wie er ist, auch wenn er die Sprache noch nicht so gut kann. Dann wird eben versucht, auf anderem Wege Zugang zu finden.“

Der Gemeinschaftssinn der Malteser Jugend habe sich bei der Lagerolympiade wieder wunderbar gezeigt, betont Jugendreferentin Patricia Hohenberger: „Die Kinder und Jugendlichen haben einander unterstützt und sich gegenseitig motiviert. Unsere drei syrischen Teilnehmer wurden super aufgenommen. Das Gemeinschaftselement des Zeltlagers kann Integration und Zusammenhalt schaffen, losgelöst von der Herkunft.“ Man merke deutlich, dass sich die syrischen Kinder mit der Malteser Jugendgemeinschaft identifizieren, sich wohl und angenommen fühlen.

Am Samstagabend trafen sich die Kinder und Jugendlichen zum Gottesdienst mit Malteser Jugendseelsorger Norbert Scheckel. Ein Kleinkunstabend am Sonntag markierte den inhaltlichen Abschluss. Nach vier erlebnisreichen Tagen endete das Zeltlager am Pfingstmontag. Erschöpft von vielen Aktionen, aber begeistert von der guten Stimmung, fuhren Kinder und Betreuer wieder zurück in ihre Heimat. Und als nächstes wollen Ahmad, Sara und Oria einen Erste-Hilfe-Kurs bei den Maltesern belegen.

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