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Malteser Gütersloh

„Kuba 2016“ - Großübung der Malteser aus der Diözese Paderborn

200 Übungsteilnehmer stellen sich schwierigem Szenario

08.09.2016
Die Patientenablage bietet den ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern die Möglichkeit bis zum Weitertransport ins Krankenhaus alle Patienten gemeinsam zu versorgen.
Helfer Michael Hering aus Balve stützt eine Schülerin, die auf Nachricht von ihren Freunden aus Kuba hofft.
Phillipp Föllmer von den Maltesern aus Dortmund bringt eine aufgebrachte Mutter zu einem Rückzugsort.
Bei der Übung wurde auch die Sanitätsausbildung der ehrenamtlichen Kräfte überprüft. Fotos: P&Com Team LtgED PB

Unna, Balve, Iserlohn-Menden, Werdohl, Altenbeken, Fröndenberg, Gütersloh, Lage/Lippe, Rheda-Wiedenbrück, Dortmund. Mit einem umfangreichen Übungsszenario der etwas anderen Art mussten sich die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer der Malteser bei der diesjährigen Großübung der Erzdiözese Paderborn auseinandersetzen. Denn neben der Kernkompetenz in der medizinischen Versorgung von Notfallpatienten sind die Malteser im Katastrophenschutz auch bei Betreuungslagen gefordert. So waren bei der diesjährigen Übung zunächst nicht Sanitäter mit Rettungswagen und Notfallrucksack gefragt, sondern Helferinnen und Helfer, die Angehörigen in einer schweren Lebenslage zur Seite stehen und sie betreuen. Die Übungsleitung übernahmen Tillman Castillo-Romero und Thorsten Hess von der Leitung Einsatzdienste der Diözese Paderborn in Kooperation mit dem Team des Instituts für Gefahrenabwehr St. Augustin.

Das Szenario der Übung „Kuba 2016“: Eine Gruppe von Eltern, Angehörigen und Lehrkräften sammelt sich an einer Schule in Unna, da sie Meldungen über ein Busunglück mit einer Schulklasse in Kuba erhalten – dem Ort, an dem ihre Kinder auf Klassenfahrt sein sollen. Da kein Kontakt zu den Schülerinnen und Schülern aufgenommen werden kann, treffen sich die verzweifelten Angehörigen an der Schule um dort nähere Informationen über den Verbleib ihrer Kinder zu erhalten.

An diesem Punkt werden zwei Einsatzeinheiten der Malteser alarmiert, je eine aus Dortmund und eine aus dem Märkischen Kreis (Ortsgliederungen Balve, Iserlohn-Menden und Werdohl). Die Kräfte wissen bei dem Eintreffen am Einsatzort noch wenig über die Übungslage und müssen sich schnell auf diese einstellen. Parallel werden sie von aufgebrachten Angehörigen, meisterhaft dargestellt von geschulten Mimen, mit Fragen bestürmt, die die Malteser natürlich zu diesem Zeitpunkt nicht beantworten können.

Die Schwierigkeit bei dieser Übung stellte für den einzelnen Helfer der Umgang mit den zu Betreuenden dar. Bei der Versorgung eines Verletzten kann ein Helfer auf Wissen aus vielen ehrenamtlichen Dienststunden im Sanitätsdienst und der Ausbildung zurückgreifen und handeln. Eine Betreuungslage fordert von den ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern ein professionelles Handeln auf einer anderen Ebene. Sie mussten Menschen in einer verzweifelten Lage auffangen, sie trösten und ihnen einen Raum geben um gemeinsam die vielen offenen Fragen zu sammeln und die Unwissenheit in der Gemeinschaft besser verarbeiten zu können.

Um die Führung der beiden Einsatzeinheiten zusätzlich zu fordern baute die Übungsleitung einen Verkehrsunfall, der vor der Schule passierte, mit in das Szenario ein. Mit diesem zweiten Einsatz mussten die Führungskräfte der beiden Einsatzeinheiten ihr Personal neu mischen und verteilen. Auf diese Weise konnte eine optimale Betreuung beider Personengruppen gewährleistet werden.

Zudem unterstützten Kräfte aus Altenbeken, Fröndenberg, Gütersloh, Lage/Lippe, Rheda-Wiedenbrück und weiteren Orten der Diözese diese große Übung. Sie stellten die Einsatzleitung oder Rettungswagen mit Besatzung zur Behandlung im Unfallszenario. Für die Versorgung aller Beteiligten rückte die Feldküche mit Helferinnen und Helfern aus Dortmund und Werdohl an.

Insgesamt ziehen die Malteser aus der Erzdiözese Paderborn ein sehr positives Fazit aus der Übung. „Ich bin froh, dass diese Übung uns gezeigt hat: unsere Helfer sind nicht nur medizinisch auf solche Einsatzlagen gut vorbereitet, sondern sie haben auch unter dieser großen psychischen Belastung, unter die wir sie bewusst gesetzt haben, die psychosozialen Aspekte der Übung gut gemeistert. Ich freue mich auf die nun kommenden Berichte der externen Beobachter, die uns sicherlich noch zeigen, wo wir in der Ausbildung optimierungsbedarf haben“, so Tillman Castillo-Romero, Diözesanreferent Notfallvorsorge.

Weitere Informationen

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