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Malteser Gütersloh

Umgang mit Demenz: Polizei informiert sich bei den Maltesern

16.12.2016

Hamm. Viele an Demenz erkrankte Menschen nehmen am gesellschaftlichen Leben teil – insbesondere in der Frühphase der Erkrankung. Sie sind Freunde, Vereinskollegen, Mieter; sie gehen einkaufen – und manchmal brauchen sie Hilfe und rufen die Polizei. In einer Schulung im Malteser Tagestreff MalTa haben sich 20 Polizistinnen und Polizisten fit im Umgang mit Demenzkranken gemacht. Organisiert hat die Veranstaltung, die es in dieser Form erstmals in Hamm gab, Kirsten Purwin, Einrichtungsleiterin des Tagestreffs am Nordenwall 5.

Kirsten Purwin betonte: „Wenn die Polizei verständigt wird, müssen die Beamten schnell analysieren, ob jemand im Vollbesitz seiner geistigen Kapazität ist, oder aufgrund einer demenziellen Erkrankung verwirrt ist und entsprechend handelt.“ Aggressivität gegenüber Beamten sei keine Seltenheit. Häufig werde die Polizei beispielsweise verständigt, wenn demenziell Erkrankte aus Seniorenhäusern weggelaufen sind. Ihre Orientierungslosigkeit kann, vor allem im Straßenverkehr, zu einer Gefahr für sie selbst und das Umfeld werden. Wie man in solchen Situationen Zugang und die richtige Ansprache findet, erläuterten Kirsten Purwin und ihr Team mit praktischen Übungen.

Hilfreich sei es generell, so Kirsten Purwin, sich dem erkrankten Menschen mit dem Körper so zuzuwenden, dass Augenkontakt entstehe. Denn ein Ansprechen von der Seite werde oftmals nicht wahrgenommen. „Sofern Sie wiederholt mit einem Menschen zu tun haben, lohnt eine Rücksprache mit den Angehörigen oder dem Pflegepersonal.“ So könne sich aggressives Auftreten gegenüber Beamten in Uniform bei manchen älteren Menschen über ihre Biografie erklären. Empfehlenswert sei es auch, so Kirsten Purwin, die Handschuhe auszuziehen und die Menschen sanft zu berühren. „Wie alle anderen haben auch demenziell erkrankte Menschen das Bedürfnis nach Nähe, Geborgenheit und Berührung. Sie fühlen sich dadurch angenommen, geliebt und getröstet.“ Und so könne eine vorsichtige und sensible Berührung die oftmals bei Demenz beobachtete Ruhelosigkeit verringern, die Körperwahrnehmung verbessern, Ängste abbauen und Vertrauen schaffen, die Zusammengehörigkeit stärken und Kommunikation ohne Worte ermöglichen.

Eine weitere Infoveranstaltung gibt es am 16. Januar 2017 von 18:30 Uhr bis 20:30 Uhr im MalTa Tagestreff. Dann zum Thema „Die Polizei klärt auf: Kontakte mit demenziell Erkrankten im Polizeialltag“. Neben den Familien der Tagesgäste des MalTa Tagestreff sind alle Interessierten herzlich dazu eingeladen. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Unter dem Motto „Sehen, was ist. Machen, was geht“ begleiten die Malteser im MalTa Tagestreff Hamm Menschen in der Frühphase ihrer demenziellen Erkrankung. Weitere Information hat Kirsten Purwin unter Tel. (0 23 81) 30 45 44 2 oder E-Mail: kirsten.purwin(at)malteser(dot)org.

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