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Malteser Gütersloh

Notunterkunft Staumühle wird geschlossen

25.01.2017

Hövelhof-Staumühle. Die Notunterkunft Staumühle in Hövelhof am Rande des Truppenübungsplatzes Senne wird zum 30. April 2017 geschlossen. Das teilte die Bezirksregierung Detmold jetzt überraschend mit, in deren Auftrag die Malteser die Einrichtung seit August 2015 betreiben. Die Zentrale Unterbringungseinrichtung (ZUE) Oerlinghausen übernimmt künftig die Funktion als Schwerpunkteinrichtung für Asylsuchende mit geringer Bleibeperspektive.

Die Bezirksregierung Detmold begründete die Entscheidung für die vorzeitige Schließung mit dem Rückgang der Flüchtlingszahlen und der nicht mehr gegebenen Wirtschaftlichkeit der Einrichtung. Demnach müssten für eine längerfristige Nutzung Investitionen von 1,5 Millionen Euro für das Kanalnetz, den Sanitärbereich oder für die Unterkunftshäuser getätigt werden. Diese Investitionen entfallen durch den Umzug nach Oerlinghausen.

Malteser Bezirksgeschäftsführer Siegfried Krix: „Die letzten Wochen waren sehr fordernd und die Entscheidung zur Schließung trifft uns sehr. Sie ist für uns grundsätzlich aber nachvollziehbar, auch vor dem Hintergrund der hohen Instandsetzungskosten. Ich danke an dieser Stelle ganz besonders unseren 78 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern vor Ort. Sie haben hervorragende Arbeit geleistet, was uns auch die Bezirksregierung bestätigt hat. Unser sehr gut ausgebildetes Team hat sich intensiv um die Bearbeitung der vielfältigen Herausforderungen gekümmert.“ Auch wenn allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von Beginn an klar war, dass ihre Beschäftigung nur befristet und an die Laufzeit des Betreuungsvertrages gebunden erfolgen konnte, gelte es nun, für sie eine neue berufliche Perspektive zu schaffen. „Dabei werden wir unsere Kolleginnen und Kollegen so gut es geht unterstützen.“

Andreas Bierod, Diözesangeschäftsführer der Malteser in der Erzdiözese Paderborn, ergänzt: „Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Staumühle behandeln die Menschen, die keine Bleibeperspektive haben, mit Anstand und Würde und werden dies auch bis zum letzten Tag in der Einrichtung weiter tun. Gerade angesichts der schwierigen Rahmenbedingungen – hierauf lag zuletzt eher der Fokus der öffentlichen Aufmerksamkeit – danke ich unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in Staumühle für ihr großes Engagement und die Herzlichkeit. Sie geben Deutschland das Gesicht, das Rechtstaatlichkeit und Menschenwürde gut zusammen gehen können. Darauf können wir alle stolz und dankbar sein.“ Aktuell leben 500 Menschen in der Notunterkunft.

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