Navigation
Malteser Gütersloh

Die Schmerzen nehmen, nicht das Leben

Bundesweite Tagung der Malteser Diözesanärzte in Paderborn

04.04.2017
(v.l.): Benedikt Liefländer, Leiter Notfallvorsorge der Malteser in Deutschland, Bundesarzt Dr. Rainer Löb aus Hamm und Albert Bosserhoff aus Steinheim, gastgebender Diözesanarzt der Malteser in der Erzdiözese Paderborn.
Die Malteser Diözesanärzte aus ganz Deutschland haben sich zu ihrer diesjährigen Fachtagung im Hotel InVia in Paderborn getroffen. Fotos: Malteser/Kaiser

Paderborn. Die ehrenamtlichen Diözesanärzte und der Bundesapotheker haben sich unter der Leitung des Bundesarztes der Malteser, Dr. Rainer Löb aus Hamm, zu ihrer diesjährigen bundesweiten Fachtagung im Hotel InVia in Paderborn getroffen. Ziel des Expertentreffens ist es, einmal im Jahr im Kollegenkreis Erfahrungen aus den Einsätzen auszutauschen und fachliche und medizinethische Fragen zu erörtern, um so den hohen Stand an Expertise der Malteser zu erhalten und weiter zu steigern.

Gerade zum Schutz des menschlichen Lebens ist es aus Sicht der Malteser-Ärzte im Hinblick auf das aktuelle Urteil des Bundesverwaltungsgerichtes immer wieder notwendig, klar Stellung zu beziehen. „Wir Malteser sind der festen Überzeugung, dass die Begleitung im Sterbeprozess für einen natürlichen Tod unter Schmerzkontrolle der einzige Weg ist. Für uns sind ärztlich assistierter Suizid oder gar Tötung auf Verlangen keine Option. Denn Ärzte sind dazu da, Leben zu erhalten und dabei Leiden zu lindern – Angst, unerträgliche Schmerzen und Verzweiflung müssen den Sterbenden genommen werden, keinesfalls das Leben. Es kommt darauf an, für den Menschen da zu sein, seine Hand zu halten und mit ihm gemeinsam diesen Weg zu gehen. Dafür bedarf es der flächendeckenden Expertise, daran arbeiten wir gerne mit“, so Rainer Löb. Wichtig ist vor allem auch die frühzeitige Auseinandersetzung mit dem eigenen Sterben und Tod, das Gespräch im Familien- und Freundeskreis, im Idealfall ärztlich beraten, damit Regelungen wie Vorsorgevollmachten in Ruhe getroffen werden können.

In diesem Jahr stand auch die Vorbereitung der ehrenamtlichen und hauptberuflichen Einsatzkräfte im Rettungsdienst, im Katastrophenschutz und in den Krankenhäusern auf die Gefahren von möglichen Anschlägen auf der Tagesordnung. Dr. Rainer Löb: „Bei Terroranschlägen sind nicht nur veränderte medizinische Vorgehensweisen notwendig. Ausgesprochen wichtig und manchmal sogar lebensrettend sind auch die Abstimmungen zwischen den Sicherheitskräften und ,der Medizin‘ sowie die umfassende Vorbereitung der haupt- und ehrenamtlichen Einsatzkräfte.“ Im Hinblick auf das Einsatzgeschehen in entsprechenden Bedrohungsszenarien werden Kooperationen mit Behörden vorbereitet. Ein weiterer wichtiger Punkt der Tagung war die Vorstellung von „Emergency Response Units“ (Nothilfe Einheiten), die im Rahmen der weltweiten Aufgaben von Malteser International zum Einsatz kommen werden.

Die Diözesanärzte der Malteser übernehmen in ihrem Ehrenamt Verantwortung als leitender Arzt bei Großveranstaltungen und Wallfahrten auf Diözesan- und Bundesebene. Unter anderem erarbeiten sie rettungsdienstliche und katastrophenmedizinische Trainings- und Einsatzleitfäden, sowie Ausbildungsvorschriften für die Malteser. Hauptberuflich arbeiten sie als Mediziner, vom Hausarzt bis zum Klinikchef.

Weitere Informationen

Unser Spendenkonto: Malteser Hilfsdienst e.V.  |  Pax-Bank  |  IBAN: DE06370601201201216865  |  BIC / S.W.I.F.T: GENODED1PA7