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Malteser Gütersloh

Fast ein Tag wie jeder andere

Weihnachten in der Malteser Flüchtlingsunterkunft

20.12.2017
Freuen sich gemeinsam über den von Fa. Bremer geschenkten Weihnachtsbaum (v. l. n. r.): Fatima Maghames und Zidane Abderrahim, beide Malteser-Betreuer, Abede aus Eritrea, Essa aus Mali und KGU-Leiter Ahmet Yildirim. Foto: Malteser/Buttchereit

Paderborn. Weihnachtsmusik, Festtagsbraten, glitzerndes Lametta – danach sucht man der Kommunalen Gemeinschaftsunterkunft, kurz KGU, am Frankfurter Weg in Paderborn vergeblich. Lediglich eine Lichterkette im Bürofenster der Malteser – seit zwei Jahren Betreiber der KGU – und zwei Weihnachtsbäume im Eingangs- und Aufenthaltsbereich deuten auf die kommenden Feiertage hin.

Nachdem anfangs vorwiegend Familien in dem ehemaligen Bürogebäude von Wellemöbel untergebracht waren, wohnen dort aktuell ausschließlich männliche Flüchtlinge im Alter von 18 bis 80 Jahren. In der Spitze wurden in dem umgebauten Verwaltungsgebäude bis zu 300 Personen betreut. Zurzeit sind es 65 Männer aus zwanzig verschiedenen Heimatländern, wie zum Beispiel Afghanistan, Syrien, Irak, Mali, Eritrea, Albanien. So unterschiedlich die Herkunft, so unterschiedlich auch die Religionen, die hier aufeinandertreffen. Neben Muslimen und Christen, findet man auch Menschen jesidischen Glaubens oder Anhänger der christlich orthodoxen Kirche.

„Somit ist für die meisten unserer Bewohner Weihnachten keine besondere Zeit. Eher könnte sich etwas Langeweile einstellen, da während der Feiertage weder Sprachkurse noch andere externen Angebote stattfinden“, sagt Ahmet Yildirim von den Maltesern, Leiter der KGU. Um dem vorzubeugen, will Betreuerin Fatima Maghames gemeinsames Plätzchenbacken anbieten. In der großen Gemeinschaftsküche, in der sich die Bewohner selbstständig ihr Essen zubereiten, finden regelmäßig Kochkurse statt. Hier werden vor allem erstmal Basics erlernt, da die männlichen Flüchtlinge früher vorwiegend von ihren Müttern oder Frauen bekocht wurden. Fatima Maghames möchte so Küchenwissen und deutsche Weihnachtstradition gleichermaßen vermitteln.

„Wir verstehen dies als Angebot, die deutsche Kultur besser kennenzulernen. Genauso, wie unsere kleine Adventsfeier, die vergangenen Freitag mit allen haupt- und ehrenamtlichen Betreuern in der Unterkunft stattfand“, berichtet Leiter Ahmet Yildirim. Weitere Gäste der Adventsfeier waren Hubert Schonlau, Leiter des Sozialamtes Paderborn, Irina Hartmann-Talhof von der städtischen Koordinierungsstelle für Flüchtlingsangelegenheiten sowie Thorsten Fischer von der Polizei Paderborn und Georg Heinrich vom Wachdienst OWL. In der positiven Kooperation aller beteiligten Stellen sieht Malteser Ahmet Yildirim vor allem das gute Gelingen der KGU in Paderborn. Auch die benachbarte Firma Bremer ließ es sich nicht nehmen, extra für die Adventsfeier zwei Weihnachtsbäume mit Deko zu stiften.

Die mit Kugeln, Äpfeln und Lichterketten geschmückten Tannen machen neugierig. Auch Abede, 19 Jahre, aus Eritrea und Essa, 25 Jahre, aus Mali. Beide sind bereits seit gut einem Jahr in Deutschland und intensiv dabei, ihre Deutschkenntnisse zu verbessern. Die Weihnachtsbäume sehen sie als schöne Abwechslung und freuen sich über die stimmungsvolle Dekoration. Und so ganz nebenbei gibt es damit auch Einblicke in deutsche Weihnachtsbräuche und die eigentliche Bedeutung von Weihnachten. Was den Maltesern sehr am Herzen liegt: gemäß ihrem Leitspruch „Bezeugung des Glaubens und Hilfe den Bedürftigen“ ist es ihnen in diesen Tagen besonders wichtig, Menschen auf der Flucht vor Krieg und Verfolgung eine sichere Herberge zu geben.

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