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Malteser Gütersloh

Mit dem Rosenkranz zur Muttergottes

Alle wichtigen Infos zur Familienwallfahrt im Stichwortüberblick

29.03.2012
Firmlinge unterwegs nach Lourdes: 67 Jugendliche aus Delbrück, Boke und Ostenland sind bei der 32. Familienwallfahrt der Malteser nach Lourdes mit dabei, Gemeindereferentin Ute Herrmann Brockhaus prüft die Liste. Foto: Malteser/si
Foto: Malteser/si

Paderborn/Lourdes. Alles Wissenswerte rund um die Wallfahrt hat das Team der Malteser in zahlreichen Stichworten niedergelegt. Für alle, die zuhause bleiben mussten oder die Fahrt aus der Ferne begleiten wollen, weil sie selbst nicht mit unterwegs sein konnten.

Pilger

In diesem Jahr sind rund 700 Pilger mit dabei. Von ihnen werden 540 per Zug reisen. Sie starten am Donnerstag morgen ab den verschiedenen Stationen von Paderborn über Dortmund bis Trier. Am Freitag dann hebt Thomas Cook mit weiteren 160 Pilgern ab, die vom Flughafen Paderborn-Lippstadt aus Richtung Lourdes starten. Da der Zug die Nacht über durchfährt, werden die Pilger per Zug und per Flug etwa zur gleichen Zeit am Freitag Mittag in Lourdes ankommen. Die Pilger machen sich übrigens auf den Weg zur Muttergottes Maria, dabei beschreibt bereits der Weg eines der Ziele solch einer Wallfahrt. Unterwegs zu sein im Gebet, das ist für Wallfahrer immer ein gemeinschaftliches Erlebnis, das zugleich theologisch Initiation (Aufbruch) als auch Ergebenheit im Glauben ausdrücken kann. Die soziale Komponente wird bei der Familienwallfahrt im Erzbistum übrigens besonders groß geschrieben.

Familien
Die Wallfahrt ist ganz gezielt auf Familien aus dem Erzbistum Paderborn ausgerichtet. In all den Jahren seit ihrem Bestehen wurde sie durch diese Ausrichtung auch geprägt. Als die Malteser die Organisation der Wallfahrt vor vier Jahren 2008 übernommen haben, haben sie das natürlich weitergeführt. Neben den Malteser-eigenen Schwerpunkten wie der besonderen Betreuung von Alten und Kranken, machen die Familien dabei bis heute den Hauptteil der Pilger aus. Familien, das bedeutet ganz konkret, Großeltern, die mit ihren Enkeln unterwegs sind, Familien die im Verbund fahren oder auch gleich drei Generationen zusammen. Viele von ihnen haben dabei das „Wallfahrts-Gen“ bereits geerbt und sind selbst als Kinder mitgefahren, heute werden sie vom eigenen Nachwuchs begleitet.

Jugend
Die Malteser verfügen über eine starke Jugendarbeit. In 22 Orten über das ganze Erzbistum verteilt gibt es 36 Jugendgruppen. Aus diesen Jugendgruppen sind auch in diesem Jahr wieder viele aktive Malteser mit unterwegs nach Lourdes. Die Gruppe der Jugendlichen zählt insgesamt 130 junge Pilger. Für sie gibt es während der Fahrt ein eigenes Programm. Vorbereitet wurde das unter anderem von Malteser-Jugendreferentin Katrin Pape und Malteser-Gruppenleiterin Sandra Dransfeld aus Balve. Kinder und Jugendliche, die übrigens am Donnerstag und Freitag noch Schule hätten, haben eine Befreiung von der Schulpflicht erhalten, dies ist für die Wahrnehmung religiösen Brauchtums möglich, unterliegt aber aus Sicht der Schulen einer strengen Reglung.

Malteser

Für die Malteser bedeutet die Wallfahrt nach Lourdes ein Bewegen auf sehr vertrautem Terrain. Pilgerfahrten mit Kranken und Behinderten stehen für die Hilfsorganisation schon immer im Fokus. Somit hat die Lourdes Wallfahrt im Erzbistum Paderborn auch ein mittlerweile eigenes Gepräge erhalten, seitdem die Malteser sie übernommen haben. Denn die Öffnung von den Familien hin zum Einbezug der Kranken und Behinderten, sowie natürlich auch der sozial Benachteiligten, für die es immer auch eigene Möglichkeiten gibt, hat den Kreis der Pilger geweitet.

Kranke und Behinderte
Sie werden besonders betreut durch den Malteser-Lourdes-Krankendienst unter Leitung von Dr. Wilhelm und Bettina von Trott zu Solz. Ehrenamtliche Helferinnen und Helfer betreuen dabei die Krankenabteile des Sonderzuges, die auf die Bedürfnisse von Kranken eingerichtet sind. Die Betreuungsdichte ist dabei 1:1, also auf jeden Kranken oder Behinderten kommt eine Betreuungskraft. Diese sind alle entsprechend ausgebildet. Bei der Pilgerfahrt sind 30 Behinderte und 50 Kranke mit dabei. Sie werden von den Maltesern bereits teilweise zuhause abgeholt und dann bis zum Zug gebracht, in dem sie dann kompetent weiter betreut werden.

Betreuung vor Ort
In Lourdes selbst sind die Pilger aus dem Erzbistum Paderborn in Hotels untergebracht. Die Kranken und Behinderten werden jeweils in den Krankenherbergen betreut. Diese sind eine besondere Einrichtung in Lourdes, für Pilgerorganisationen wie die Malteser stehen diese Hospitäler bereit und werden dann jeweils in der Wallfahrtsorganisation mitgebucht. Quasi als Kranken- und Pflegestation auf Zeit. Die moderne Krankenherberge Hospital Accueil Notre Dame, in dem die Paderborner untergebracht werden, hat sogar einen direkten Blick von der Terrasse auf die Grotte und liegt im heiligen Bezirk.

Organisation
Im Jahre 2008 haben die Malteser im Erzbistum Paderborn die Organisation der Familienwallfahrt übernommen. Die Malteser, das sind derzeit rund 3.000 aktive, 2.500 passive sowie 62.000 Fördermitglieder. Betreut werden sie in 38 Stadt- und Orts- sowie zwei Kreisgliederungen von der Diözesangeschäftsstelle in Paderborn. Diese hat auch die Lourdes Wallfahrt organisiert. Dazu gibt es eine eigene Gruppe Wallfahrten, für die Thomas Ohm, der Stadtbeauftragte von Dortmund verantwortlich zeichnet. Neben ihm als ehrenamtlichem Organisator ist auch das Paderborner Ehepaar Michaela und Winfried Pankoke maßgeblich involviert. Sie haben in den vergangenen Wochen alle wichtigen Fragen geklärt und die Pilger in all ihren Angelegenheiten auf die Reise vorbereitet. Im Wallfahrtsteam sind übrigens an der Spitze auch der stellvertretende Diözesanleiter Stephan Graf von Spee aus Finnentrop und der ehrenamtliche Leiter der Wallfahrt, Thomas Ohm aus Dortmund jederzeit Ansprechpartner. Unterstützt wurden sie in der Vorbereitung vom Team in der Geschäftsstelle von Geschäftsführerin Mirjam Weisserth und Referent Raimund Neuhaus. Die Fahrt wird übrigens begleitet von der Bundesjugendreferentin der Malteser, Ruth Werthmann aus Köln. Mit im Betreuungsteam ist auch Manfred Müller. Der Paderborner Landrat ist langjähriger Lourdes Pilger und fährt als Privatmann mit, dabei engagiert er sich ehrenamtlich.

Der Weg

Die Fahrtzeit
Der Zug nach Lourdes startet am Donnerstag mit einem Sonderzug der Firma Euro Express aus Münster um 7:45 in Altenbeken. Über Paderborn und den Hellweg, also längs der Stationen in Lippstadt und Soest fährt der Zug über Dortmund und Hagen nach Köln. Auf der Hinfahrt fährt er dort nach kurzem Aufenthalt weiter, auf der Rückfahrt feiern die Pilger ihren Abschlußgottesdienst im Kölner Dom.
Am Donnerstag geht es bis mittags mit dem Zug nach Trier. Dort steigen die Pilger aus und gehen zum Dom, in dem sie ein Pontifikalamt feiern. Zurück im Bahnhof werden sie von den Maltesern aus Waldrach bei Trier mit einer warmen Suppe verpflegt. Dann steigen sie in den Zug, der sie ab 17:36 Uhr nonstop nach Lourdes in Südfrankreich bringt. Die Fahrt in den rund 1000 Kilometer entfernten Wallfahrtsort dauert in den Liegewagen so insgesamt bis zu 26 Stunden. Unterwegs wird gebetet und gesungen, die Jugend bastelt und gestaltet einen ganz persönlichen Rosenkranz, alle Pilger werden im Zug verpflegt. Ankunft in Lourdes ist mit dem Zug um kurz nach neun Uhr am Freitag. Damit beginnt dann das offizielle Wallfahrtsprogramm.
Unterwegs werden die Pilger übrigens auch immer unterhalten und begleitet durch die Musikgruppe von Walter Müller aus Lichtenau. Er hat die Verantwortung für den musikalischen teil übernommen.

Die Flugzeuggruppe
Wer mit dem Zug unterwegs ist, für den wird bereits der Weg zum Ziel. Manche Wallfahrer können aber erst am Freitag starten. Für sie gibt es die Möglichkeit, mit dem Charterflugzeug ab Flughafen Paderborn-Lippstadt zu starten. Die Maschine vom Typ Airbus A320-200 ist bei Thomas Cook gechartert worden, sie hat genügend Platz für die 160 Reisenden. Die Pilger heben nach dem Check In ab 7:30 Uhr um neun Uhr ab. Landung ist zwei Stunden später in Tarbes, dem Flughafen vor den Toren von Lourdes. Von dort werden die Flugpilger mit dem Bus in ihre Hotels gebracht.

Geistliche Begleitung

Bei den Maltesern steht die geistliche Dimension der Wallfahrt unter einem besonders starken Augenmerk. Liegen doch die Wurzeln der Malteser in den Bemühungen des Malteser-Ordens um Kranke und Verletzte in den vergangenen Jahrhunderten. Das Wappen der Malteser, das achtspitzige Kreuz steht für die acht Seligpreisungen der Bergpredigt. Umgekehrt stehen die vier Spitzen, die in der Mitte zusammenfinden, für die vier Kardinalstugenden Weisheit, Tapferkeit, Gerechtigkeit und Mäßigung. Die Malteser sind durch ihren seit dem zwölften Jahrhundert geltenden Leitsatz „Tuitio fidei et obsequium pauperum“ also „Bezeugung des Glaubens und Hilfe den Bedürftigen", geprägt.

Weihbischof
Die Familienwallfahrt im Erzbistum Paderborn wird in jedem Jahr von einem anderen Mitglied der Bistumsleitung begleitet. War im vergangenen Jahr Weihbischof Matthias König mit den Maltesern unterwegs, so wird in diesem Jahr Weihbischof Manfred Grothe bei den Pilgern sein. Weihbischof Grothe feiert genau am Tag der Rückkehr aus Lourdes seinen 73. Geburtstag. Grothe stammt gebürtig aus Warburg, wurde 1967 zum Priester geweiht und ist seit 2004 Weihbischof. Er ist Bischofsvikar für die Caritas und Vorsitzender des Diözesan-Caritasverbandes. Somit ist er auch geistlich zuständig für die Malteser, die ja Fachverband der Caritas sind.

Priester
Die Malteser werden neben Weihbischof Grothe auch durch weitere Priester begleitet. So fährt natürlich auch der Seelsorger der Malteser im Erzbistum, der Paderborner Msgr. Prof. Dr. Peter Schallenberg mit. Auch der Jugendseelsorger der Malteser, Pastor Norbert Scheckel aus Gütersloh, ist mit dabei. Insgesamt wird die Fahrt somit von zehn Geistlichen begleitet. Sie sorgen auch dafür, dass am Donnerstag Nachmittag, während die gesunden Pilger im Dom von Trier mit Weihbischof Grothe Gottesdienst feiern, im Zug selbst auch die Eucharistie gefeiert wird. Gottesdienst im Zug, bei der Pilgerfahrt der Malteser eine Selbstverständlichkeit.

Palmsonntag
Die Pilger aus dem Erzbistum Paderborn werden als zentralen Gottesdienst die Eucharistie mit Palmweihe am Palmsonntag erleben. Bei diesem Gottesdienst in der großen unterirdischen Rosenkranzbasilika werden 15 Jugendliche aus der Malteser-Pilgergruppe die Szenen der Passion spielerisch nachstellen. Die Jugendlichen werden erst auf der Fahrt dafür ausgesucht und üben vor Ort.

Lourdes

Der Wallfahrtsort Lourdes liegt in Südfrankreich am Fuß der Pyrenäen und hat 15.000 Einwohner. 1858 hatte das Bauernmädchen Bernadette Soubirous nahe der Grotte Massabielle (massevieille ‚alter Fels‘) mehrfach Erscheinungen in Form einer weiß gekleideten Frau. Später offenbarte sich nach ihren Worten die Erscheinung als die „unbefleckte Empfängnis“, was der Pfarrer und die kirchliche Untersuchungskommission als Bestätigung des Dogmas von der Unbefleckten Empfängnis der Maria, Mutter Jesu, durch ihre Mutter deuteten. Die Quelle in der Grotte wurde während einer dieser Erscheinungen freigelegt. Die Mutter Gottes beauftragte Bernadette Soubirous nach ihren Worten damit, eine Kirche auf der Grotte zu errichten. Heute ist die Kirche ein bedeutender Wallfahrtsort. Der Quelle werden Heilkräfte zugeschrieben und es wurde von vielen Wunderheilungen berichtet. Bernadette Soubirous wurde 1933 heilig gesprochen. Sowohl Papst Johannes Paul II. als auch sein Nachfolger Benedikt XVI. waren bereits in Lourdes.

Unterkunft
Die Pilger sind untergebracht in vier Hotels mit gut bürgerlichem Mittelklasse-Standard. Die Hotels liegen in Lourdes  nahe am Heiligen Bezirk. Lourdes ist eine Kleinstadt, die seit Jahrzehnten auf die vielen Pilger eingestellt ist. Alle Wege in das Zentrum zur Grotte sind deshalb auch kurz. Wenn die Pilger der Malteser Wallfahrt unterwegs sind, gibt es aber immer auch besondere Mitglieder aus dem ehrenamtlichen Team, die sich in den sogenannten „Pferdchendiensten“ für die Kranken und Behinderten engagieren. Sie stehen bereit, um Rollstühle oder Krankenwägelchen zu schieben oder Senioren zu begleiten.

Programm
Die fünf Tage der Pilger in Lourdes sind geprägt von Gebet und Impulsen. Täglich gibt es Gottesdienste und Prozessionen, die Pilger können die Grotte besuchen oder in den Bädern im Wasser der Quelle baden. Ein besonderer Höhepunkt ist sicher die Mitfeier der langen Palmsonntagsliturgie, in der die Leidensgeschichte Jesu mit Blick auf die Karwoche verlesen wird. Die Prozession am Sonntag aber auch die abendlichen Sakramentsprozessionen zeichnen die Wallfahrten nach Lourdes aus. Die Malteser achten dabei darauf, dass jeweils auch die Kranken und Behinderten mit dabei sind und so am intensiven Erleben der Pilgerfahrt teilhaben können.

Webcams
In Lourdes gibt es an verschiedenen Stellen webcams. Sie ermöglichen Menschen, die zuhause geblieben sind, an dem Erlebnis der Pilgerfahrt zumindest punktuell teilzuhaben. Die webcams sind zu erreichen über die Adresse:  Folgende Termine und Orte sind dabei für die Gruppe aus Paderborn von Belang:

http://www.lourdes-france.org/index.php?goto_centre=ru&contexte=de&id=1169.

Sie können ihre Leser und Hörer gezielt darauf hinweisen, dass es täglich einen Termin gibt, an dem die Paderborner Gruppe zu sehen ist. So können sie von zuhause aus die Familienwallfahrt live begleiten:

Freitag (30. März) , 15 Uhr, Aufstellen der Pilgerkerze an der Grotte

Samstag (31. März), 9:30 Uhr Eucharistiefeier an der Grotte

Sonntag, 1. April, ab 9:30 Uhr Palmweihe und Gottesdienst in der Rosenkranzbasilika

Montag, 17 Uhr Sakramentsprozession, 21 Uhr Lichterprozession.

Rückfahrt
Die Pilger der 32. Familienwallfahrt machen sich am Dienstag (3. April) wieder auf den Weg zurück nach hause. Die Flugpilger starten um 15 Uhr und sind am Dienstag Nachmittag um 17 Uhr wieder in Paderborn gelandet. Die Zugpilger steigen um 13:55 Uhr in Lourdes in den Zug ein und sind im Nachmittag des mittwochs wieder zurück. Die genauen Ankunftszeiten für Ihre Redaktion finden Sie in der Auflistung.

Weitere Informationen

Unser Spendenkonto: Malteser Hilfsdienst e.V.  |  Pax-Bank  |  IBAN: DE06370601201201216865  |  BIC / S.W.I.F.T: GENODED1PA7