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Malteser Gütersloh

Echte Ritter und laute Fanfaren

Malteser hatten zwei besondere Attraktionen / Hospitaliter und Fanfarenzug

29.05.2012
Foto: Schlichter
Foto: Schlichter

Detmold/Ravensburg. Er kam aus dem Erklären eigentlich nicht mehr heraus. Frank Buchheister hatte eine ungewöhnliche Kleidung angelegt. Mit Kutte und Kettenhemd, mit Helm und Schwert schien er direkt aus dem frühen Mittelalter zu kommen. Ein Effekt, der beabsichtigt war. Denn mit seiner Mittelaltergruppe aus Braunschweig stand der Malteser mit zehn weiteren Darstellern mitten zwischen den Fahrzeugen der Einsatzeinheit in der Blaulicht-Meile. Die aus dem Engagement bei einem Karnevalsumzug entstandene Gruppe ist sonst viel auf Mittelaltermärkten unterwegs, wird aber immer wieder auch von Maltesern gebucht. Denn die bis zu 30 Akteure stellen nicht sich selbst dar, oder sind historisch schwärmende Menschen, sondern nehmen gezielt den Auftrag wahr, die Geschichte der Hospitaliter und somit die Anfänge des Malteser-Ritterordens vorzustellen. Fragende Gesichter der vielen Kinder waren den elf „dienenden“ oder „kämpfenden Brüdern“ mitsamt den „Mägden“ und „Schwestern“ gewiß. Ein kleines Hospitalzelt hatten die Akteure aus Braunschweig aufgebaut, das war ihre Basis in dem lebendigen Geschichtsunterricht über die Anfänge der Malteser-Arbeit. Mitten unter den Rittern war auch Stefanie Wahren aus Detmold. Sie hatte die Historien-Gruppe 2002 in Braunschweig mit gegründet, war als aktive Malteserin irgendwann auf die Ordensbezüge gestoßen und hatte sich dafür begeistert. Die Latein-Lehrerin, die heute im lippischen Barntrup arbeitet, bot ihrer Gruppe beim NRW Tag Unterschlupf, ein guter Zufall für die Planer.

Die hatten neben den Gästen aus Braunschweig noch eine zweite Attraktion parat: Den Malteser-Fanfarenzug aus Ravensburg. Knapp 30 Mitglieder waren aus Oberschwaben unweit des Bodensees zum NRW tag angereist. Mit ihren Auftritten in den historischen Kostümen mit Trommeln, Fahnen und Fanfaren waren sie sich der Aufmerksamkeit aller Besucher gewiß. Sie lockten durch ihre Auftritte die Besucher ganz gezielt immer wieder zu den Ständen der Malteser. Als festes Ensemble im Umzug zum 66. Landesgeburtstag zeigten die Malteser so auch dort Präsenz. 1996 war der Fanfarenzug in Ravensburg durch aktive Malteser gegründet worden, er ist bis heute als Ehrenamtsgruppe in die Stadtgliederung eingebunden, alle Mitglieder haben neben ihrem musikalischen Können auch sanitätsdienstliche Ausbildungen. In ihren aus dem 18. Jahrhundert abgeleiteten und übrigens malteserweit offiziell anerkannten Uniformen schwitzten auch Patrick Holzhause und Uwe Dickgießer. Der 21-jährige Koch und der 42-jährige Lkw Fahrer hatten sich über Pfingsten auf die fahrt ins lippische Detmold gefreut, allein zwölfmal pro Jahr sind sie in den Sommermonaten mit dem Malteser Fanfarenzug unterwegs. Neben ihren Auftritten an den einzelnen Städten erlebten sie aber auch eine Menge von NRW.

Beim gemütlichen Grillen nach dem ersten Tag gab es neben dem Dank durch die Diözese Paderborn auch einige Nachhilfe für sie in Erdkunde und Geschichte des NRW Landesteiles. „Damit unsere Gäste auch wissen, wo sie denn hier sind“, hatte Nils Brandes extra ein Infopaket geschnürt. „Wir sind bestens zufrieden mit der Organisation, da passte alles“, lobten die Oberschwaben am Montag nachmittag nach einigen Auftritten am zweiten Festtag die örtlichen Malteser. Gut versorgt mit Lunchpaket machten sie sich dann auf die rund achtstündige Heimreise.

Um die ganzen Teams aus der Diözese unterzubringen hatte das Vorbereitungsteam übrigens kurzerhand ein Schullandheim in einem Detmolder Vorort gemietet. Dort fanden die Katatstrophenschutzeinheit aus Fröndenberg, die Rettungshundestaffel aus Verl, die Malteser aus Dortmund und Gütersloh sowie der Diözesangeschäftsstelle aus Paderborn eine zentrale Anlaufstelle. Betreut und verpflegt wurden sie dabei durch Kristina und Mark Stadelhofer sowie Maik Führt und Martin Bongard von den Maltesern aus Balve.

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