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Malteser Gütersloh

St. Kaspar fährt zum Bundeswettbewerb

Schulsanitätstag der Malteser in Höxter war anstrengend aber erfolgreich

04.07.2012
Trost, Beruhigung und geordnetes Überleiten zurück in den Unterricht, das mussten die Schulsanitäter bei dieser Aufgabe lösen, ihre Mitschülerin war über den Tod ihrer Katze in Tränen aufgelöst.
Blutdruck messen und kontrollieren, ob alles in Ordnung ist war eine Aufgabe der Schulsanis beim Wettbewerb der Malteser.

Höxter/Neuenheerse. Mit Schwung war sie die Treppe heruntergesprungen, unglücklich aufgekommen und gestürzt. Nicht nur, dass sich die junge Schülerin den Fuß umgeknickt hatte, sie hatte sich bei dem Aufprall auch den Unterschenkel gebrochen, der Knochen stand sogar vor. Für die jugendlichen Teams der Malteser war dieser Unfall in der Schule eine von acht Aufgaben, die sie bewältigen mussten. Ihre Mitschülerin ansprechen, sie zum Unfallhergang zu befragen, die Verletzung zu erkennen und den offenen Knochenbruch richtig zu versorgen, bis der herbeigerufene Rettungsdienst ihn übernahm, das war von den sieben Teams aus dem Schulsanitätsdienst zu lösen. Im Höxteraner König Wilhelm Gymnasium maßen sie sich jetzt und kämpften gegeneinander um Punkte und den Sieg. Den trug bereits im dritten Jahr in Folge das Team des Gymnasiums St. Kaspar in Neuenheerse mit nach Hause. Zugleich lösten die Schüler rund um Malteser-Ausbilder und Lehrer Andreas Gottschalk auch die Fahrkarte zum Bundeswettbewerb im nächsten Jahr.

Leichte und auch ganz schwere Aufgaben hatten die Jungen und Mädchen aus Höxter und Brakel, aus Neuenheerse und Holzminden sowie Geseke zu lösen. Da war das Mädchen, das weinend um den Tod ihrer Katze trauerte und beruhigt werden musste. Da gab es aber auch den Schulhofunfall zwischen Radfahrer und Inline-Skater, bei dem sich beide Jugendlichen auch noch heftig anschrien und sich gegenseitig die Schuld gaben. Den geschlossenen Unterarmbruch des einen und das Schädel-Hirn Trauma des anderen zu erkennen und zu versorgen war mehr als einfache Herausforderung für die Malteser-Teams. Sie wurden damit sogar über die Grenzen ihre Könnens geführt. „Das war eine klassische Überforderungsaufgabe“, wie Diözesanreferentin Katrin Pape anschließend schilderte. Denn nur in solchen Herausforderungen könnten sich Jugendlichen bewähren und wachsen, so die Erfahrung der Malteser. Mit ihrem Hintergrund als ausgebildete Ersthelfer sowie der Erfahrung aus dem Schulalltag hatten die Jugendlichen das aber ebenso bewältigt wie die Teamaufgaben. Sie machten deutlich, dass es bei den Maltesern immer auch um mehr geht, als um das rein Fachliche. Kameradschaft, ehrenamtliches Tun, die Freude am Helfen, all das findet sich im Schulsanitätsdienst. Regelmäßig in den Pausen oder bei Schulveranstaltungen kümmern sich die Sanitäter um die Absicherung ihrer Mitschüler. Mit Bravour lösten so auch alle Teams beim Wettkampf ihre acht Aufgaben, letztlich siegte das Malteser-Team von St. Kasper in Neuenheerse aber wieder einmal mit deutlichem Vorsprung.

Nach dem Wettkampf gab es eine Fortbildung über Notfälle bei Kindern. Dabei wurde an zwei speziellen Baby- und Kinderpuppen geübt. „Beim Schulsanitätsdienst der Malteser geht es nicht nur um die Erste Hilfe, sondern auch um die seelische Betreuung“, erkllärte Katrin Pape, Referentin für diesen Bereich bei den Maltesern auf Diözesanebene den Hintergrund der Fortbildung.

Hinter Neuenheerse landete das Team aus der Dr. Jasper Realschule in Holzminden, die von Malteser-Beauftragten Norbert Kurowski aus Höxter betreut werden, auf Rang zwei vor dem König Wilhelm Gymnasium aus Höxter und der Schule auf der Brede aus Brakel.

„Da sieht man mal, was man so alles kann“, urteilte Schüler Alexander Ortmann hinterher über die Herausforderungen des Tages. Und auch Silke Kessler freute sich, dass sie in praktischen Übungen zeigen konnte, was sie vorher in der Theorie gepaukt hatte.

Der Diözesanwettbewerb der Malteser Schulsanitäter in der Diözese Paderborn findet einmal im Jahr statt, die Siegermannschaft nimmt dann im Jahr darauf am Bundeswettbewerb teil. Die Malteser in der Erzdiözese Paderborn betreuen 32 Schulsanitätsgruppen auf dem Gebiet des Erzbistums Paderborn von Höxter bis Herne und Minden bis Siegen. In ihnen sind 500 Jugendliche ehrenamtlich engagiert.

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