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Malteser Gütersloh

Jugend fühlt sich wohl im Jugendlager

Paderborner stellen mit 110 Jugendlichen die größte Gruppe

27.07.2012

Einhaus/Ratzeburg. 651 Kinder und Jugendliche aus ganz Deutschland zelten diese Woche am Ansveruskreuz in Einhaus bei Ratzeburg. Das Bundesjugendlager der Malteser steht unter dem Motto „Ansgars Wikinger sehen Mee(h)r!“. Unter ihnen als größte Gruppe die Malteser aus der Diözese Paderborn.

Als die Malteser am Samstag anreisten, verging der Regen und die Sonne kam. Auf dem Zeltplatz direkt am Ansveruskreuz herrscht Hochbetrieb. Überall stehen die großen Zelte, die Jurten. Beim Motto geht es ein bisschen um das Treffen Ansgars mit den Wikingern, die Abkehr von Raubzügen und die Hinwendung zum Glauben. Auf dem Programm stehen deshalb neben Workshops auch verschiedene Sozialaktionen. „Wir haben eine Aktion, bei der Kinder Karten basteln und an Malteser-Hausnotruf-Kunden verschicken“, erzählt Marina Rochna, Jugendreferentin der Diözese Hamburg. Vielleicht entstehen daraus Brieffreundschaften, so die Überlegung. „Ich glaube, beide Seiten können davon profitieren: die Kinder üben noch einmal das Handschriftliche und vielleicht kommt der ein oder andere Ältere auf diesem Wege zum Facebooken“, lacht Rochna.
Sozialaktionen sind auch in Lübeck und Ratzeburg geplant. Dazu gehören Besuche in Seniorenheimen, kleine Renovierungsarbeiten in Kindertagesstätten oder auch einfach das Verschenken von Blumen an Passanten – für nichts als ein Lächeln. Einige Lübecker dürfen sich sogar darauf freuen, sich von Jugendlichen die Schuhe putzen zu lassen. „Eine sehr spaßige und zugleich demutsvolle Aufgabe“, findet Rochna, die mit der Bundesjugendsprecherin Sonja Kübler für die Lagerleitung verantwortlich ist. „Die Sozialaktionen sind fester Bestandteil des Bundeslagers“, sagt Kübler. Aus 28 Diözesen sind die Teilnehmer angereist, darunter viele aus Münster, Paderborn aber auch aus dem Erzbistum Hamburg. Außerdem sind zwei Gruppen aus Serbien und Litauen dabei. „Bei den Treffen entstehen viele Freundschaften. Einige Gruppen verabreden sich mit ihren Zeltnachbarn für das nächste Jahr und halten Kontakt“, so Küblers Erfahrung.
Stephanie Bökelmann aus der Diözese Paderborn freut sich, die ganzen Aktionen im Zeltlager mitmachen zu können. „Wir bemalen gerade Taschen. Die hier ist für meinen Freund als kleiner Liebesbeweis“, erzählt die 19-Jährige und zeigt einen bemalten Stoffbeutel. Anna Stubenrauch hat das diesjährige Motto auf ihren Beutel gemalt. Die 20-jährige Paderbornerin ist zum ersten Mal beim Bundesjugendlager dabei. „Ich wollte mal sehen, wie das ist, eine ganze Woche zu zelten und neue Leute aus unterschiedlichen Städten kennenzulernen“, sagt sie. Ähnlich geht es der zwölfjährigen Isabell Dreesen, die ebenfalls aus der Diözese Paderborn kommt und einfach neugierig war. Die Malteser, sie gehören in ihrer Familie einfach dazu: „Ich bin schon von klein auf dabei; schon im Kinderwagen, weil meine Eltern das auch sehr lange machen.“ Der Hagener Gruppenleiter Jacco Grasemann schätzt vor allem die Vielfalt des Angebots. „Gemeinschaft gibt es sicher auch in anderen Jugendlagern. Aber hier hat man so viele Sachen, die Workshops, die Sozialaktion, viel aktive Freizeitgestaltung und auch ein bisschen Bildung“, beschreibt er das Besondere dieses Sommervergnügens.
Für die Versorgung der vielen Jugendlichen ist übrigens Koch Michael Moewius zuständig. „Man braucht viel Geduld, Professionalität und sehr viele Lebensmittel“, sagt er. Jeden Tag werden 1000 Brötchen verbraucht, an Ausflugstagen sogar doppelt so viele. Hinzu kommen täglich 650 Nachtisch-Becher, zwölf Kilo Salat und 15 bis 20 Kilo Nudeln. „Wir sind schon ab sechs Uhr morgens dabei, das Frühstück vorzubereiten, damit es um 8.30 Uhr beginnen kann – und dann geht es schon nahtlos über ins Mittagessen“, berichtet Moewius. „Wir sind von morgens bis abends im Dauereinsatz.“ Auch das Spirituelle, die Nahrung für die Seele, kommt beim Bundesjugendlager natürlich nicht zu kurz. Neben feierlichen Gottesdiensten zum Auftakt und zum Ende des Zeltlagers gibt es täglich die Möglichkeit zur Andacht und Besinnung in einem eigens dafür vorgesehenen Zelt. Außerdem stand eine Nachwanderung mit anschließendem Gottesdienst im Ratzeburger Dom auf dem Programm.

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