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Malteser Gütersloh

Rettungshunde haben eine feine Nase

13.08.2012
Sonja Rehme und Tim Wigger besprechen das Vorgehen im Einsatzgebiet
Flächensuchhund Yoshi startet seine Suche

Gütersloh/Verl. Es ist kurz vor 18 Uhr, als bei den Mitgliedern der gemeinsamen Rettungshundestaffel Gütersloh-Verl der Malteser und dem Roten Kreuz die Telefone klingeln. Sie werden zu einem Einsatz nach Oerlinghausen (Kreis Lippe) gerufen. Auf dem Gelände der Bundeswehr sollen sich Vater und Sohn beim Geocaching verlaufen haben. Sie starteten ihren Ausflug am frühen Morgen und wollten zum Mittag wieder zu Hause sein, erschienen dort aber nicht. Die Situation verschärft die Diabetes-Erkrankung des Vaters, er muss regelmäßig Nahrung zu sich nehmen. Am Einsatzort begrüßt Staffelführer Volker Horenkamp seine Teams. Jetzt ist klar: Nur eine Übung!

Horenkamp erläutert Einsatzleiter Michael Schöppner die Lage. Zwei Mitglieder der Rettungshundestaffel, Klaus Harkötter und Björn Horenkamp, haben sich auf dem Gelände versteckt, die nun mithilfe von drei Flächensuchhunden und ihren Hundeführern und Helfern, sowie einem Man-Trailer, Rhodesian Ridgeback Pancho mit Führerin Peggy Remmert und Helfer Klaus van Stephandt, gesucht werden.

Nach einer kurzen Einsatzbesprechung und der Aufteilung des großen Gebietes in Suchabschnitte legen die Teams los. Es gilt ein Gebiet, viele Fußballfelder groß, bewachsen mit Bäumen und zum Teil dichten Sträuchern zu durchsuchen. Dabei machen die „Vermissten“ nicht auf sich aufmerksam.

Die Flächensuchhunde Yoshi, Sammy und Anoki verstehen ihren Job. Sie laufen frei, die Hundeführer Sonja Rehme, Roland Gärtner und Nicole Stücker, schicken ihre vierbeinigen Partner systematisch durch das zu durchsuchende Gebiet. Unterstützt werden die Hundeführer dabei von den Helfern Tim Wigger, Petra Wigger-Przibytzin und Stephan Rheme. Hundeführer wie Helfer sind ausgebildete Sanitäter, haben eine Funkausbildung, können im Notfall auch bei ihren Hunden Erste Hilfe leisten und sind fit im Umgang mit Karte und Kompass. Des Weiteren lernen sie durch ständiges, intensives Trainieren, ihre Hunde zu „lesen“, also die kleinsten Signale zu verstehen, die der Hund von sich gibt.

Der Flächensuchhund verlässt sich auf seine Nase, die ein Vielfaches besser ist, als die eines Menschen, was ihn zu einem zuverlässigen Partner auch in der Dunkelheit macht. Findet ein Flächensuchhund eine Person, so macht er durch bellen seinen Hundeführer darauf aufmerksam. Im Gegensatz zum Man-Trailer suchen Flächensuchhunde aber nicht nach einem speziellen Geruch und Menschen, sondern machen allgemein auf alle Personen aufmerksam, die sie finden.

Sonja Rehme mit Flächensuchhund Yoshi und Helfer Tim Wigger werden als erste fündig. Nach nur einer halben Stunde erreichen sie den ersten Vermissten, Björn Horenkamp.

Man-Trailer Pancho, der nach einer Geruchsprobe die Spur des zweiten Vermissten verfolgt, findet nach gut einer Stunde anstrengender Suche im Sand auch sein Ziel. Pancho braucht einen Gegenstand, den der Vermisste getragen hat, dem also der spezifische Geruch des Vermissten anhaftet. In diesem Fall wurde eine Mütze gefunden, die eindeutig dem vermissten Klaus Harkötter zugeordnet wird. An der Fundstelle sorgt Peggy Remmert dafür, dass Pancho sich orientiert und den allgemeinen Geruch der Umgebung aufnimmt. Dann hält sie Pancho die Probe vor die Nase und gibt ihm das Kommando „trail“. Gezielt sucht dieser nun nach der Spur. Wird er fündig, muss er entscheiden, wo die Spur frischer ist, damit er sie auch in der richtigen Richtung  verfolgt. Kein Problem für Pancho, schon nach kurzer Zeit ist er auf dem richtigen Weg, an einer zehn Meter langen Leine, die Peggy Remmert in Händen hält. Die Suche ist anstrengend für den Rhodesian Ridgeback und seine vierbeinigen Kollegen. Besonders der Sandboden trocknet die Hundenase aus. Bemerken die Hundeführer dies, geben sie den Hunden Wasser zu trinken und befeuchten ihre Nasen. Nach einer kurzen Pause für Hund und Helfer geht es weiter, direkt zum Ziel, zu Klaus Harkötter.

Finden die Hunde eine Person, bekommen sie sofort den so genannten „Jackpot“, eine Belohnung in Form eines großen Leckerlies. Alle Hunde schlafen am Ende dieser anstrengenden Arbeit zurück am Mannschaftswagen in ihren Boxen sofort ein. Für die Hundeführer und deren Helfer gibt es neben der Abschlussbesprechung auch eine Stärkung.

Hunde wie Menschen haben diese Übung mit Bravour gemeistert, sie sind bestens vorbereitet, sowohl für die anstehenden Prüfungen, als auch für den Ernstfall.

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